Baumsteigerfrösche


H.- G. Stute, Theodor-Storm-Str. 14,
33719  Bielefeld-Heepen

ein Aufsatz der in der DATZ Heft 7/1990,
auf Seite 393 erschienen ist.



Meine Erfahrungen mit
    B a u  m s t e i g e r f r ö s c h en   

über Haltung, Zucht und das Sterben !



Phyllobates vittatus
( eigene Aufnahme mit Rollei B35 )

Der Originaltext wurde geringfügig modifiziert !

Es ist vielleicht ungewöhnlich im Zusammenhang
mit der Pflege von Baumsteigerfröschen auch über
das Sterben zu schreiben.
Es gehört aber dazu, wenn über diese interessante
Froschart berichtet werden soll. Der Nachteil der
meisten Berichte oder Aufsätze ist, dass nur
Erfolge beschrieben werden, niemals Nachteile.

Echte, nützliche Hinweise findet man auch nirgends !

Wenn Mängel auftreten, werden diese, wenn es z. B.
Streichholzbeinchen oder Dottersack- Blähungen,
auch Begriffe wie Hochdampfzuchten
(Aussage Heselhaus) sorgfältig
analysiert mit gleichzeitiger Beschreibung
der (vermutlichen) Ursachen.

Was soll man z.B. mit dem Begriff
“Hochdampfzuchten”  bei der Zucht von
Baumsteigerfröschen anfangen ?
Der Begriff könnte bei der Grillenzucht eventuell
Anwendung finden, wenn hart an der oberen
Temperaturgrenze ( um ca + 40°C ) gezüchtet wird !

Aber was soll es, es liegt immer an den Elterntieren,
wenn Nachwuchsprobleme auftreten. Inzucht mit
versäumter Vor- oder Rückkreuzungen der Tiere sind
die Fehler. So ähnlich wird es jedenfalls beschrieben.
Diese Zuchtexperimente sind mit Fröschen überhaupt nicht
durchführbar !!!

Welcher  Pfleger hat schon die Möglichkeit eine
entsprechende Anzahl an Tieren zu besitzen,
um Inzucht zu vermeiden ?
( wenn es überhaupt welche sind  ).
Sogar “Liebhaber”, die sich "vor Ort " Tiere besorgen
haben nicht die Möglichkeit eine Auswahl blutsfremder
Tiere zu sammeln. Die Gebiete der Populationen
sind zwar tlw. bekannt aber die Grösse dieser Gebiete
 in den meisten Fällen nicht.
Es sind auch nicht alles Wissenschaftler die
sammeln. Wenn man bedenkt wie klein die
Biotope der Mantella-Arten auf Madagaskar
 sein sollen (?), vergleiche DATZ 5/88), kann  ich
 mir nicht vorstellen, dass ein adultes Männchen
immer ein blutsfremdes Mädchen in der Natur findet !
Auf Einzelheiten werde ich nachfolgend eingehen.

Seit 10 Jahren
( beachte sie: es ist das Jahr1990 )

beschäftige ich mich mit der Haltung von
Baumsteigerfröschen.
Es sind die Arten :
Dendrobates tricolor, Dendrobates  tinctorius
(Gattung der Baumsteigerfrösche),
Phyllobates vittatus (Gattung der Blattsteigerfrösche).



Dendrobates tricolor
( eigene Aufnahme mit Rollei B35 )

Auf die Haltung von Dendr. tricolor und Phyl. vittatus
werde ich genauer eingehen. Über das Problem der
“Streichholzbeinchen” werde ich auch berichten !

Über die Färbung der Tricolor - Fröschchen
sind sich die Experten ja einig.
Breite crem-weisse Streifen mit schmalen
roten Streifen soll die ideale Färbung sein !
 Leider habe ich diese Ausfärbung nur auf
Abbildungen gesehen.
Interessant wäre es zu wissen, wie die Nachzuchten
aussehen? Wer bestimmt die Idealfärbung?
 Bei meinen Nachzuchten ist es genau umgekehrt.

Unter den Begriff "Experten" verstehe ich solche Leute
die Nachzuchten aus der 3. oder 4. Generation züchten
und nicht solche die Nachzuchten von Wildfängen
haben und dann gleich mit einem Erfolgserlebnis,
sprich Aufsatz, in der Fachliteratur erscheinen !

Diese Erfolge sind mit einigen Ausnahmen keine
Besonderheiten. Meine  erzielten Nachzuchten von
tricolor zeigen diese feine Streifen in der Farbe
hellgrün mit breiten roten Rückenstreifen.

Wie sollen die Nachzuchten denn nun Aussehen ?

Für mich ist es wichtig, dass die Tierchen gut
genährt sind und dadurch eine entsprechende
Kondition haben!  Die Färbung ist immer
unterschiedlich, diese Erfahrungen werden
mit Sicherheit auch andere Froschhalter
gemacht haben.

Doch zurück zum Thema :

Meine Terrarien hatten eine Grösse von
 40x40x60cm (LBH).
Der Boden der Terrarien war mit Moospolstern
ausgelegt, die Rückwände mit Mexifarnplatten
verkleidet.  Die Wasserteile wurden mit
Eheimfiltern gereinigt und angeschlossenen
Florida -Therme auf eine Wassertemperatur
von ca +23°C  gehalten.

Die ersten Tiere, es waren Gruppen von je 6 Tieren,
wurden gekauft und je Art,
Dendr.tricolor und
Phyl.vittatus, in den beiden Terrarien eingesetzt.
Die Luftfeuchte schwankte zwischen 70% und 90 %.
Beleuchtet wurden die Terrarien mit je zwei
Leuchtstofflampen a 15 Watt von 9 bis 21 Uhr.
Die Raumtemperatur schwankte zwischen +18°C in
den Morgenstunden und ca +25°C in den Abendstunden.

Es wurde jeden Tag in den Abendstunden nach dem
Einsprühen,  abwechselnd  mit der kleinen Drosophila
Fruchtfliege, Maden der Mehl-oder Wachsmotten und
besonders kleinen Larven der Kurzflügelgrille
Gryllodes sigillatusgefüttert.

Die Futterinsekten wurden nicht abgezählt
ins Terrarium geschüttet sondern so viel,
dass nach ca 2 Stunden z.B. Fruchtfliegen
als Futter den Fröschen zur Verfügung standen !

Diese Grillenart hat als Larve eine besonders lange
Entwicklungszeit. Es sind helle, besonders kleine
Larven, die nicht an Bromelien herangehen.

Es wundert mich immer wieder, wenn Fachaufsätze
erscheinen,  dass nur die Larven der Zweifleckgrillen
 
Gryllus bimaculatus als Futtertiere empfohlen werden.
Diese haben eine dreimal so schnelle
Wachstumsrate wie Larven der Kurzflügelgrillen.
Zweifleckgrillen fressen gern Bromelienblätter und
wenn man das Pech hat, zirpen später die Männchen
der Grillen mit den Fröschen im Gleichklang.

Ein weiterer Vorteil der Kurzflügelgrille ist, dass die
Produktivität der Weibchen zwei bis dreimal
so hoch ist wie bei
Gryllus bimaculatus!

Der Grund wird aber sein:
es fehlte bis heute die wissenschaftliche
Bestimmung.
Ein “Fachautor” beschreibt kein Tier,
dass wissenschaftlich nicht bestimmt wurde !



Ein Paar Kurzflügelgrillen  Gryllodes sigillatus,
( eigene Aufnahme mit Rollei B35 )

Eine zusätzliche Vitaminisierung der Futtertiere wurde
in unregelmässigen Abständen mit dem Staub von
kleingemahlenen Weichteilen einer Sepiaschale
durchgeführt. Also mit einem Naturprodukt.
Die immer wieder bekannt gegebene Feststellung, dass
vitaminisiertes Futter besonders gern gefressen wird,
konnte ich bei meinen Tieren nicht feststellen, da ich
die Geschmacksrichtung nicht kenne.
Es ist wohl auch hier eine vererbte Feststellung
in den Aufsätzen !

Jedes sich bewegende Futtertier wird, wenn es die
“mundgerechte” Grösse hat, von den Tieren aufgenommen !
( es ist auch der Hunger der zur sofortigen Futteraufnahme bewegt ! )

 Die kleinen Fröschchen entwickelten sich bei
meine Futtermethode gut.
Durch das Sprühen saugten sich aber die
 Moospolster mit der Zeit so mit Wasser voll,
dass die Polster das Wasser nicht mehr in den
unteren Bereich des Bodens, der mit Blähton
aufgefüllt war, abgeben konnten. Der Bodengrund
mit den Polstern wurden nass.  Durch die Nässe
und “Kälte” des Bodens wurden die Frösche
immer unbeweglicher.

Die Tierchen waren nach einer gewissen Zeit nicht
mehr in der Lage die Hinterbeinchen zu bewegen.
Diese wurden bei der langsamen Fortbewegung
hinterhergezogen. Für mich ein schrecklicher Anblick !
Das Futter konnte nicht mehr aufgenommen werden.
Ich musste die Fröschchen Töten.

Es kann in diesem Fall eine rheumatische Erkrankung
gewesen sein ( durch Nässe und durch den kalten Boden ).

In der Zwischenzeit war ein Jahr vergangen !

In der “Fachliteratur” konnte ich nichts über diese
Nachteile bei der Einrichtung eines Terrariums lesen !

Der erste Versuch ging also daneben, 
es wurde neu angefangen.

Alte Einrichtung raus und Neue rein. Es wurden
Mexifarnplatten als Bodenbelag genommen, in der
 Hoffnung, wenn Javamoos als zusätzliche
Abdeckung genommen wird, müsste durch die
auftretende Feuchtigkeit der Belag ideal sein.
Mit Javamoos überzogene Flächen sehen ja
besonders gut aus. Das direkte Besprühen der
Bodenplatten wurde aus Anfangs beschriebenem
Grund vermieden  !
Das Javamoos entwickelte sich allerdings nicht
besonders gut.
Es wurde wieder ein Besatz an Jungfröschen gekauft.
 Es waren besonders schlanke Tierchen. Das Futter war,
wie immer vom feinstem und in ausreichender
Menge vorhanden.
Nur - die kleinen Kerlchen wollten das Futter nicht annehmen !
Ich habe besonders darauf geachtet, dass auch
tagsüber ausreichend Futter da war.

 Es half nichts mehr.
Nach acht Wochen war das letzte Tier tot.

Nach telf. Rückfrage beim “Züchter” hatte ich den
Fehler gemacht,  die Tiere hatten das falsche Futter
bekommen, es fehlten die Milben (?) als Futter.

 Es waren ca 5 Monate alte Tiere, die alles andere
an Futter brauchten, nur keine Milben !

“Zucht - Experten” können alles erklären,
 nur die gesunde,  ausreichende Ernährung der Tiere
beherrschen diese Leute scheinbar nicht!

Heute weiss ich, dass es bei Futtermangel nach kurzer
Zeit zu einem Darmverschluss kommt, der es für
die Tiere unmöglich macht weiteres Futter aufzunehmen!
So war es auch bei diesen Tieren !

Der Versuch  eine andere Froschart zu pflegen klappte
ebenfalls nicht, es waren
Dendrobates leucomelas.
( Anfängerschicksal )
 So verging die Zeit, es dauert ja immer 1 bis 1 1/2 Jahre
bis die Jungtiere adult werden.
Ende 1986 kaufte ich meine letzten Jungtiere von
 tricolor und vittatus.
In der Zwischenzeit wurde ein neues Terrarium
von 120x50x50 (LBH) angeschafft.


Phyllobates vittatus
( eigene Aufnahme mit Rollei B35 )

 Der Boden wurde wie Anfangs beschrieben mit Blähton,
Schaumstoffplatten und Moospolstern eingerichtet.
Die Rückwand wurde mit Spagnum - Moos, dass von
einem Gerüst mit versiegeltem  Maschendraht
gehalten wurde, eingerichtet.
 
Bromelien und Sekulanten verschönerten
die Einrichtung.
Das Terrarium sah, so eingerichtet, sehr gut aus.
Der Wasserteil wurde über einen Bach, aus gebranntem
Ton, mit fliessendem Wasser, über Eheimfilter und
Florida -Therme, versorgt .
Die  eingesetzten Frösche fühlten sich sofort "zu Hause". 

Die Moospolster wurden 2 mal im Jahr gewechselt,
die Scheiben regelmässig gereinigt.
Zu jeder Zeit waren also Frösche ohne Öffnung der
Scheiben zu erkennen.

Ende 1987 waren die Frösche adult.
Erkennbar durch zaghaft beginnendes trillern.

Jetzt wurde natürlich das erste Gelege erwartet  !
aber es dauerte noch Wochen, bis so weit war.
Die in der Spagnum - Rückwand eingelassenen
Vogeltränkenabschnitte, auf entsprechende Länge
zugeschnitten, wurden von
tricolor und besonders
von
vittatus als Gelegeablageplatz angenommen.
 Das erste Gelege war endlich da.
Tricolortiere hatten es abgesetzt.
 Das Männchen bewachte es mit bewundernswerter
 Ausdauer. Leider wurden die Quappen nicht vom
 Männchen ins Wasserteil transportiert. Weitere
Gelege wurden ebenfalls nicht transportiert.
War der Instinkt bei diesen Tieren schon
verloren gegangen ?
Ich musste die Weiterpflege der Gelege übernehmen,
um überhaupt eventuell Nachzuchten zu bekommen.
Mit einer Ausnahme, die ich nachfolgend noch
beschreiben werde. ( Albino-Männchen ! )
Mit einem Spatel wurden die Gelege aus den
Ablagebehältern genommen.
In der Zwischenzeit wurden weitere
vittatus Gelege
abgesetzt, die ebenfalls nicht transportiert wurden.

Petrieschalen mit ca 1 mm Wasserstand wurden
für die Weiterpflege genommen. Aber nach einigen
Tagen verpilzten die Eier, es wurde nichts draus.

Was war also falsch ?
Durch Zufall erkannte ich das Problem! Ein Gelege
hatte ich so überführt,  dass die  dunklen Seiten der
 Eier
oben lagen.
Die hellen Ei-Seiten müssen immer unten liegen.

Vergleiche die Abbildung des Vittatusgeleges in
dem Buch Pfeilgiftfrösche von Heselhaus.
Bei der Dekoration des Geleges hat der Autor nicht
aufgepasst. Das Weibchen wird niemals ein Gelege
absetzen in dem Eier mit der hellen Seite nach
oben liegend plaziert werden und kreisrund
 schon gar nicht. Die Eier liegen immer
eng zusammen !

Dass von mir überführte Gelege entwickelten sich
jetzt gut. Bei Zimmertemperatur war die Entwicklung
der Larven nach ca 10 Tagen  abgeschlossen.
Bei Störung bewegten sich diese sehr lebhaft
in der Gallerthülle.
Es waren bereits kleine Quappen, die ja ein Sekret
entwickeln sollen (?) um von  innen heraus
die Hüllen aufzulösen.
( eine unsinnige Experten Vermutung !)
Sie taten es aber nicht.

Tatsache ist es aber:
Die pflegenden Männchen erkennen den
Zeitpunkt der Schlupfes. Um die Larven
transportieren zu können,  müssen diese
 dazu aufgefordert werden die Eihüllen
 zu verlassen um auf den Rücken “krabbeln”
 zu können. Das “Sprengen” der Eihüllen
wird durch ständige Bewegung des Männchens
 auf den Eiern bewirkt. Nach dem Schlupf der
 Quappen erfolgt dann der “Aufstieg” auf
den Rücken des Männchen um anschliessend
zum Wasser transportiert zu werden! 
So perfekt ist die Natur !

Allerdings wird es für ein Männchen schwierig sein
sich in einem 
Filmröhrchen entsprechend zu bewegen !
darum klappt der “Quappentransport” hier selten oder gar nicht.

Wenn die Männchen es nicht machen dann
die folgende Lösung:
der Wasserstand wurde in der Petrieschalen bis
an den oberen Rand erhöht, mit zwei Stopfnadeln
wurden die Gallerthüllen auseinander gezogen,
die Quappen schwammen frei.
Anschliessend wurden mit einer Pinzette die
Gallertrückstände aus der Petrieschalen genommen.
Bei einem Wasserstand von ca 1 cm wurden die Quappen
mit feingemahlenen Futtertabletten von Tetra gefüttert.
Allerdings nur einmal, da dieses Futter das Wasser trübt.
Die zweite Fütterung erfolgte bereits mit Grindalwürmchen.

Die Larven entwickelten sich sehr gut.
Nach ca 5 Tagen wurden diese in den Wasserteil
des Terrariums gesetzt bei einer Wasserhöhe von ca 6 cm.

Gefüttert wurde hauptsächlich mit Grindalwürmchen,
später aber hauptsächlich mit roten  Mückenlarven.
Besonders für die
vittatus Larven ein idealen Futter.

Auch Tabletten wurden zwar sofort angenommen,
aber nach ca 1 Stunde verlieren diese ihren Reiz,
da das Lockmittel sich verflüchtigt hat.
Der Tablettenrest schwimmt unbeachtet an der
Wasseroberfläche und sollte schnell heraus genommen
werden, da dieser die Wasserqualität beeinträchtigt.
Es werden ja nur ca 10 Liter Wasser in dem
Wasserteil des Terrariums bewegt.

Grindalwürmchen behalten ihren "Duft" und
leben mindestens 2 Tage im Wasser.
(teilweise auch  länger!)
Allerdings sollte auch hier mit bedacht gefüttert
werden da ein  “zuviel” die Wasserqualität
negativ beeinträchtigen kann.
Dass die Quappen bevorzugt tierische Kost lieben
ergibt sich aus der Tatsache:
ein ertrunkener Jungfrosch wurde von den
Quappen sofort als Futter angenommen.

Die  Nachzuchten von
tricolor und vittatus entwickelten
sich sehr gut. Streichholzbeinchen gab es nicht.

Wenn es gut klappt, lässt nach kurzer Zeit
die Sorgfalt der Pflege nach !

( ein sehr grosser Fehler !)

Das Wasser war immer klar, gefüttert wurde wie
vorher beschrieben, wass sollte da schon passieren.

Nach ca 2 Monaten war es soweit  :
die Larven entwickelten teilweise keine Vorderbeinchen
oder es waren Streichholzbeinchen !
Guter Rat war "teuer", aber woher nehmen ?

Nach den Experten-Philosophieen musste jetzt ein
Inzuchtfaktor zum Ausbruch gekommen sein !
So etwas gibt es natürlich nicht!

Der Fehler:
ich hatte den Filterinhalt nicht erneuert.
Die Wasserqualität hatte sich derart verschlechtert,
dass es die Ursache der Missbildungen sein musste.

Glauben sie mir, es ist der Tatsächliche Fehler !!

Obwohl regelmässig der Schmutz aus dem
Wasserteil gesaugt wurde, genügte diese Reinigung
nicht. Nach der Gesamtreinigung des Wasserteils
und des Filters, es wird über Holzkohle gefiltert,
traten keine Missbildungen mehr auf.
Die Zuchttiere waren immer noch die gleichen.
Die Wassertemperatur lag bei +23°C.

Ein weiteres Beispiel:
Importtiere von
Dendr. tinctorius setzten Gelege ab,
die sich gut entwickelten, wenn Wasserpflege betrieben wurde.

Durch gleichgültige Behandlung der Quappen kam
es auch hier zu Missbildungen ! (Streichholzbeinchen)

Wasserpflege und sorgfältige Fütterung
der Larven ist allein ausschlaggebend
für eine gesunde Entwicklung !

Erklärungen oder Mitteilungen über Inzucht oder
mangelnde Erbmasse im Zusammenhang mit Alter und
Kondition der Elterntiere sind reine Vermutungen und
unsinnige Behauptungen.

Nur kann ich durch ausgezeichnete Erfolge mit
Nachzuchten von 
tricolor und vittatus aufwarten !
Diese Nachzuchten ziehen auch erfolgreich nach.

Nun einige Hinweise für die erfolgreiche Zucht:
vittatus setzen die Gelege besonders gern in halbierten
Kokosnusschalen mit Plexiglasboden und in die Anfangs
beschriebenen Kunststoffrohre (Vogeltränkenabschnitte) ab.
tricolor benutzen ausserdem mit Vorliebe Bromelienblätter.
Diese Gelege sind aber schwierig zu pflegen, wenn das
Gelege heraus genommen wird.
Wenn die Männchen die Quappen transportieren
klappt es besser.

Wenn sich in einem künstlich gehaltenem Gelege
verpilzte Eier entwickeln ist es nicht erforderlich
diese zu entfernen.
Es ist selten, dass das Restgelege angesteckt wird,
wenn die Eier klar und gesund aussehen.
Milchig aussehende Gelege entwickeln sich nicht.

Bei der künstlichen Aufzucht von Gelegen darf der
Zeitpunkt des "schlüpfens" nicht zu  früh gewählt werden !
Die Quappen müssen schlank aussehen und
sich gut in der Gallerthülle bewegen.

Das Aufzuchtbecken muss regelmässig gesäubert werden,
der Filter mindestens alle 6 Wochen mit neuer Filterkohle
aufgefüllt werden. Es ist natürlich auch abhängig von der
Anzahl der Quappen.

Die Fütterung der Larven immer sparsam mit einem
guten Trockenfutter
aber nur als “Erstfutter” und reichlich
mit Grindalwürmchen und Cyclops  (tiefgefroren)
später dann rote Mückenlarven.

Die Fröschchen sind keine “Trockenfutterspezialisten”
sondern benötigen
immer “Tierische Nahrung”!)

Die Zucht gelingt durch Anwendung
meiner Empfehlung immer.
Streichholzbeinchen oder andere Missbildungen
kommen nicht vor.
wenn:
die Wasserpflege nicht vernachlässigt wird
und “Artgerecht”mit “Tierischer Nahrung”
die Quappen gefüttert werden.

Es ist gleich in welcher Generation die Elterntiere züchten.
Wichtig ist auch hier die sorgfältige Pflege der Elterntiere !
Für diese sollte eine Futterstelle eingerichtet werden, die
nach kurzer Zeit, bei zeitlich regelmässiger Fütterung von
den Tieren zur Fütterungszeit aufgesucht wird.
Ich halte es so, dass grundsätzlich nach dem Einsprühen
gefüttert wird.

Es wird täglich gefüttert!



Dendrobates tinctorius
( eigene Aufnahme mit Rollei B35 )

Für die Fütterung der tinctorius-Tiere habe
ich einen "Futterautomaten" installiert.
siehe hierzu auch die Hinweise unter “kleine Tipps”.

 Bei dieser Methode der Fütterung sitzen
die Tiere unter dem Behälter und warten
auf ankommende Grillen, auf der Abbildung gut
zu erkennen, es sind Larven der Kurzflügelgrille.
 
Es kommt bei den
tricolor- Gelegen vor, dass
sich auch Albino Larven entwickeln können.
Wenn die Jungfrösche nicht umgesetzt werden,
also im Terrarium  bleiben, werden es gesunde
kräftige Tiere
( wenn sorgfältig gefüttert wird !!)
die im zuchtreifen Stadium, wenn es Männchen sind,
sich aktiv um die Gunst der Weibchen bemühen.

Ich hatte ein Albino - Männchen, dass sogar die
eigenen Gelege transportierte.
Die auf dem Rücken sitzenden Quappen waren
dunkel, also keine Albino - Larven.

Es war schon überraschend für mich dieses festzustellen.
 Für "Experten" mit Sicherheit eine interessante Mitteilung.
Mit der hier beschriebenen Pflege - und  Zuchtempfehlung
habe ich seit 1987 ( also in ca 3 Jahren ) mit
der Zuchtgruppe
vittatus, 2 Weibchen und 4 Männchen
ca 300 Jungfrösche und
mit der Gruppe
tricolor, 3 Weibchen und 6 Männchen
ebenfalls ca 300 Jungfrösche nachgezogen.
( Es sind von der Aufsichtsbehörde geprüfte Angaben ! )

*
Doch nun zum traurigstem Kapitel:

Das Sterben !

Das Terrarium hat an der Vorderseite unten
und im hinteren Oberteil mit Gaze abgedeckte
Lüftungsschlitze.
Es klappte mit der Be - und Entlüftung nach
meiner Meinung gut.
Es war aber nicht so ! Nach dem Einstellen
eines fast verbrauchtem Drosozuchtbehälter
begann die tragische Entwicklung.
Das Substrat im Glas war dunkelbraun,
aber noch mit reichlich Fliegen besetzt.
Ungefähr 1 Woche, nach dem Einstellen
des Drosoglases, begann die tragische
Entwicklung im Terrarium.
Beim Hantieren im Terrarium wurde
die Haut an den Armen rot und juckte.

Dass gleiche passierte auch, wenn ich den Arm in die
früher von mir gezüchteten Wanderheuschrecken -
Behälter steckte. Die Behälter waren ebenfalls
nicht ausreichend belüftet.

 Es muss sich um eine Allergie auslösende Milbe handeln.
Vergleichbar mit der Staubmilbe,
die gleiche Allergien hervorruft.
Es dauerte nur eine
kurze Zeit und die Tiere scheuerten mit den
Vorder- und Hinterbeinen ihren Körper.

Die Experten nennen dieses Verhalten
"Kratzseuche".
 ( Allerdings kennt kein “Experte” die Ursache ! )

Die Frösche hielten sich zu dieser Zeit immer in
der Nähe des Wassers auf.
Das Futter wurde auch angenommen.
Die Tiere sahen gut genährt aus.
Nur die Haut verlor ihren Glanz und wurde matt.

Es dauerte noch ca 2 Woche bis die Frösche,
einer nach dem anderen, ins Wasser sprangen,
eine Schockhaltung einnahmen und ertranken.

Meine Versuche die Tiere wieder an Land zu setzen
nützten nicht, sie sprangen nach kurzer Zeit wieder
ins Wasser zurück und ertranken!

Interessant war auch für mich die Feststellung,
das Jungfrösche der letzten Gelege ebenfalls
nicht überlebensfähig waren.
Diese starben unter den gleichen Umständen,
sie bekamen ebenfalls eine matte Haut.
Obwohl die Haltung in einem neu  eingerichteten
Terrarium vorgenommen wurde.

Für mich ein trauriger Anblick ohne helfen zu können.
Nach ca 3 Wochen sprang der letzte Frosch  ins Wasser.

Wenn diese Allergie ausgebrochen ist, gibt es
keine Abhilfe.

Mancher Froschhalter wird sich gewundert haben, wenn
ein “alteingerichtetes” Terrarium mit gutem Pflanzenwuchs
mit Fröschen neu besetzt wird, diese nach kurzer Zeit eingehen.

Wenn es dann noch neu gekaufte Tiere sind ist es die
einfachste Erklärung : der Verkäufer hat kranke Tiere  !

Tatsächlich ist es aber so, dass das Terrarium in einem
desolatem Zustand  ist.
Besser gesagt, es ist total verseucht !

Beim Kauf der Tiere wird der körperliche Zustand
mit Sorgfalt geprüft, krank oder schwach
aussehende Tiere werden ja gar nicht gekauft !

Die erfolgreiche Haltung und Zucht der Frösche war
vorbei. Das fröhliche trillern, das neugierige Suchen
nach kleinen Grillen, die Allabendlich stattgefundenen
Versammlungen an der Futterstelle und noch
einiges mehr, es war nichts mehr.

Das Terrarium war "ruhig".
( besser gesagt tot ).

**************

Interessant war es, dass der Allergie auslösende
Faktor, sich im Terrarium entwickelt hatte.
Beim Handtieren im Innenraum stellten sich die
gleichen Symptome  ein, auch bei meiner Frau, die
nur für kurze Zeit den Arm ins Terrarium hielt,
entstand Hautrötungen und Juckreiz.
Es half nichts, aufhören wollte ich nicht mit der
Froschhaltung, das Terrarium musste also neu
eingerichtet werden.
Die Schiebescheiben wurden heraus genommen,
auf einem Hocker sitzend, wurde in bequemer
Sitzhaltung das Terrarium  ausgeräumt.
Die Spagnumwand sowie die Moospolster des
Bodens wurden direkt in einem Müllsack der
vor mir stand eingefüllt. Blähton und die
 Schaumstoffschicht wurden verworfen.
Der Innenraum anschliessend mit Poly - Alkohol
Hände - Anti- septicum, wird zur Chirurgischen
Händedesinfektion gebraucht, ausgewaschen.
Anschliessend wurde mit klarem Wasser gut
nachgespült, da das Antisepticum doch stark riecht.
Mit der Neueinrichtung wurde eine Woche
gewartet bei guter Belüftung.

Zwei Tage  nach dem Ausräumen des Terrariums
bemerkte ich in der Bauchgegend, also in der
vorangegangenen Arbeitshöhe beim Ausräumen,
ein starkes Jucken auf der Haut. Besonders Wärme
steigerte diesen Juckreiz. Waschen mit anschliessendem
Einreiben mit dem vorher beschriebenen Antisepticum
halfen nicht.
Die Bauchfläche war rot und mit unzähligen kleinen
Stippen übersäht. Die befallenen Hautflächen
vergrösserten sich!  An den Armen traten nur
vereinzelt entzündete Stelle auf.
Es half jetzt nur noch der Weg zum Hautarzt.
Die Diagnose, nach langer  Überlegung: Flechtenallergie.

Diese wurde mit einer Salbe behandelt.
Beim zweiten Arztbesuch erzählte ich etwas über
Pfeilgiftfrösche und meinem Pech. Daraufhin erklärte
mir der Arzt, dass es ein ungewöhnliches Krankheitsbild
sei und in seiner Praxis noch nicht vorgekommen ist.
Der Bauch wurde fotografiert mit gleichzeitiger Bitte
etwas über die Gifte der Frösche mitteilen zu können.
Hier konnte ich helfen mit einem Aufsatz von
C.W. Myers und J.W. Daly aus der Aprilausgabe 1983
in "Spektrum der Wissenschaft".

Der Arzt bezeichnete mein Krankheitsbild als
interessante Abwechslung. Ich bin der Meinung,
dass die Allergie nicht im Zusammenhang mit den
Giften der Frösche zu suchen ist sondern ihren
Ursprung durch Übertragung, in meinem  Fall
durch das Einstellen eines verbrauchten
Drosophila - Zuchtglases hat.
Nach ca 10 Tagen war ich von der “Plage” befreit.

Es ist schon erstaunlich, wie interessant doch die
Pflege der Pfeilgiftfrösche mit allen Konsequenzen sein kann !

Der Schluss:

Das Terrarium erhielt für die Be- und Entlüftung
einen Ventilator der über eine Zeitschaltuhr
3 mal am Tag für Frischluft sorgt.
Jedes Becken wird in Zukunft so ausgestattet!

Das wichtigste ist der gesunde Innenraum, der mit
einfachen Lüftungsschlitzen nicht erreicht wird,
wenn ein Terrarium über Jahre aushalten soll !!

Der Begriff  "Kratzseuche " sollte aus dem
Sprachgebrauch verschwinden und durch  den
Begrif  
"Stauallergie"
( im Aufsatz hat man daraus "Stau b allergie" gemacht )
 ersetzt werden.

Kratzen allein ist noch keine Seuche.
( Wenn es bei mir juckt ist es auch keine Seuche !)

Oder man bezeichnet die Kratzseuche mit
"Verdreckungspflege",
da diese Kratzseuche ja nicht von den Fröschen
ausgeht sondern aus deren Umgebung kommt.

Ich wundere mich, dass es den Experten, die doch
optimal die Materie beherrschen ( wollen ! ),
wenn man in der Fachliteratur blättert ist
dieses anzunehmen, nicht auf Dinge kommen
die sich ungewollt entwickeln aber durch Überdenken
mit einfachen Mitteln gelösst werden können.
Aber war hat schon den Mut, Tatsachen zu
schreiben die unangenehm sind ?

 
1995 habe ich mit der Pflege von Fröschen aufgehört.

Der Grund ?

Für die Zeit meiner Abwesenheit im Urlaub ( 1995 ),
konnte ich jemanden finden der für 3 Wochen
die Pflege übernommen hat.

300 DM hat der “Pfleger”
 als “Unkostenersatz” für diese Zeit erhalten.

Futter für die Frösche hatte ich in ausreichender Menge
zur Verfügung gestellt.
(auch für die eigenen Frösche des Pflegers war genung Futter vorhanden .)

Musste also von dem Betrag nicht gekauft werden.

Kleine Anmerkung hierzu:
Wir waren keine 5 Minuten nach dem Urlaub zu hause,
da stand der Pfleger mit der gesamten Familie bereits vor
der Tür um das Geld abzuholen ! 

der  Mann  war oder ist ständig in Geldnöten !!
auch heute noch  ( 2010 )!

Ergebnis danach :
Im Terrarium “rührte” sich anschliessend nichts mehr !
Es wurde nicht mehr getrillert und auch keine Gelege
mehr abgesetzt.

Durch die ständige Gelegekontrollen in dieser Zeit,
die Neugier veranlasste dazu,
sprangen die Männchen von den Gelegen in
den Kokosschalen so schnell heraus,
dass dieses nicht bemerkt wurde.
Das Terrarium war ja geöffnet, die Tiere konnten
dadurch auch das Terrarium verlassen.

4  Frösche fand ich einige Zeit später, durch Zufall,
ausgetrocknet unter einem Schrank in einem
anderen Zimmer wieder !

Dass war es dann !
                                                               “Glück Auf”    Heinz Günter Stute