Drosophila

flugunfähige Fruchtfliegen

 E. und H.- G. Stute, Theodor - Storm - Str. 14,
33719  Bielefeld - Heepen




             

Kleine Fruchtfliege   Drosophila melanogaster



Grosse Fruchtfliege  Drosophila hydei




und die Afghanische Fruchtfliege, (vermutlich: Afghanus utopia?)
die es aber nie gab !!

Eine kleine Anmerkung hierzu:

Ich habe in dem Buch Futtertierzuchten
3. Auflage von Friedrich / Volland
lesen können, dass es  die oben genannte
Obstfliegen geben soll. ( Seite 132 unten rechts )

Den Anbieter gibt es seit Jahren nicht mehr,
die Verbreitung der  Fliegen war erfolglos.

Auch gibt es diese Fliegen nicht mehr.

Eigentlich gab es diese Fliegen  nie !
weil die Zuchtansätze
von mir waren und es sich
um  
Drosophila hydei   handelte.

Bücher machen also nicht immer schlau.

Doch zurück zur Zuchtbeschreibung :

Als Zuchtbehälter können jede Art von Behältern
genommen werden, dann aber Lebensmittelecht ,
die mindestens 1/2 Ltr. Inhalt haben.
Abgedeckt wird das Zuchtglas mit einem Stück vom
Perlonstrumpf, eventuell im Sommer in doppelter Lage.
Es erleichtert auch die spätere Abnahme der Futterportionen.

Küchentücher oder Stoffreste sind nicht ideal,
da die Festigkeit und Luftdurchlässigkeit
Schwachstellen sind.

Es ist empfehlenswert in der Zuchtzeit die Gläser in
kurzen Abständen auf Substratfeuchtigkeit und
Frischluftzufuhr zu kontrollieren  !

 Als Zuchtsubstrat genügt
eine Mischung aus Haferflocken, Wein und Wasser.


( eigene Aufnahme mit Rollei B35 )

eingerichtete Zuchtbehälter
aus lebensmittelechtem Kunststoff !  ( 1 Ltr. )

Die Substrathöhe im Zuchtbehälter muss
mindestens 2 cm betragen !
( Verhindert auch dass zu schnelle Austrocknen .)


( eigene Aufnahme mit Rollei B35 )

ehemalige Zuchtansatz -  Versandbehälter mit
Eierwaben gefüllt !

Zusätzlich kommt ja noch, wie auf dem Bild erkennbar,
der Feuchtigkeitsentzug durch die Eierwaben.

Es eignet sich auch Holzwolle, diese verliert aber an
Festigkeit durch die Feuchte des Substrates und
fällt dann in sich zusammen .

Die Beigabe von Hefe und Obst schadet natürlich nicht .
z.B. eine zerkleinerte Banane, Apfelmus
u.a. Obstsorten!

Allerdings muss dann später die
starke Geruchsentwicklung ertragen werden .

Aber besser noch und empfehlenswerter:

mit einem Esslöffel Multi - Sanostol als Beigabe
zum Substrat erreichen sie ein
vielfaches an Vitaminisierung
und haben ein geruchfreies Zuchtsubstrat.

Die Haferflocken werden mit einer Mischung aus Wein
( ca 0.3 Ltr. ) und sonst nur Wasser ( ca 0,6 Ltr. ),
zu einem nicht zu zähem Brei verrührt.
Der Brei sollte noch vom Rührlöffel tropfen .
Nehmen sie einfachen Landwein ( z.B. im Tetra-Pack ).
Um aus dem trockenem Wein eine Spätlese zu machen,
fügen sie etwas Zucker ( oder Süssstoff ) hinzu.

Als Schimmelverhütung wird dem Substrat eine
Messerspitze "Nipagin", der Apotheker nennt es :
"Methyl - 4 - Hydroxbenzoat",
in die Flüssigkeit, also dem Wein-Wassergemisch,
vor der Verbindung mit den Haferflocken, eingerührt .

Hier gibt es keine Unterschiede ob kleine oder
grosse Fruchtfliegen angesetzt werden sollen.

Es schadet den Fliegen wirklich nicht!
( Anders lautende Erklärungen sind unsinnig. )

auch die im Handel angebotenen so genannten Instandmischungen
haben eine Nipagin Beimischung.

Schimmelbildungen in den Zuchtgläsern
sollten aber immer vermieden werden.

Dass bedeutet :
mit Substrat eingefüllte Zuchtgläser müssen
sofort auch mit Zuchtfliegen besetzt werden
sonst bildet sich sehr schnell ein Schimmelfilm.
( und dass trotz Nipagin Beigabe ).

Wenn die Verwendung des Substrates nicht sofort
erfolgen soll oder kann, ist es auf jeden Fall
empfehlenswert, den angerührten Brei
in Plastikbeutel eingefüllt, einzufrieren.
Dass garantiert die Milbenfreiheit des Zuchtsubstrat.
(  siehe auch unten. )

Wenn sie aber das Zuchtsubstrat sofort verwenden wollen,
dann verfahren sie so, wie es nachfolgend beschrieben wird:

Garantiert dann aber nicht die Milbenfreiheit des
Substrates.

Das Zuchtsubstrat ca 1 Stunde "stehen" lassen
und anschliessend den Brei gut durchrühren ( Luft "unterheben")
und eventuell  Flüssigkeit zu geben.
Der Rührvorgang bewirkt auch den "Gasaustausch" des Substrates.

Nach dem Einfüllen des Zuchtsubstrat und eines
Ansatzes Fliegen in das Zuchtglas, beginnt die Zucht.
Durch die steigende Zuchttemperatur, bei beginnender
Madenentwicklung, trocknet der Brei doch sehr schnell aus.
Die Substratoberfläche darf aber auf
 keinen Fall trocken werden.

Eventuell mit einer Gabel die Oberfläche
in kleinen Abständen
vorsichtig durchstechen oder
"aufreissen" und
etwas Wasser hinzu geben. Der Freiraum
im Zuchtbehälter sollte mit Stücken von Eierwaben ,
aufgefüllt werden, um den Innenraum als Lauffläche
zu vergrössern .

aber bitte keine grün gefärbten Waben verwenden,
diese Waben zerfallen nach kurzer Zeit.

Es eignet sich natürlich auch gute Holzwolle
diese darf dann aber nicht mit dem feuchten Substrat
in Berührung kommen.
Die Feuchtigkeit des Substrates zieht dann auch in die
Holzwolle ein und lässt diese dann zusammenfallen.

Es wird mehr "Lauffläche" für die Fliegen geschaffen ,
sehr wichtig für die erforderlichen Kopulationen der Fliegen.

Zuchttemperatur : ca +21°C bei  melanogaster
und
bis +25°C  bei
hydei .

Züchten sie niemals über +25°C ,
 es kommt dann nicht mehr zu einer Vermehrung.

Die Entwicklung dauert, abhängig von der
Zuchttemperatur, ca 3 Wochen bei
melanogaster
und ca 4 Wochen bei  hydei .

Vermeiden sie aber unbedingt das Abstellen der
Zuchtbehälter mit der
 kleinen Fruchtfliege
melanogaster
 
auf Styroporunterlagen.

Die entstehende Wärme des Zuchtsubstrat bei
beginnender Madenentwicklung wird von der
Styroporunterlage zurückgestrahlt und bewirkt
dann die Unfruchtbarkeit der später schlüpfenden
Fliegengeneration. (zu hohe Temperaturen ! )

Zuchtbehälter mit der Grossen Fruchtfliege besetzt
vertragen diese Rückstrahlung sehr gut denn diese
Maden lieben Wärme.

ich glaube dieser Hinweiss ist nicht sinnvoll gewesen denn
seit einiger Zeit bekommt man selten noch kleine
zuchtfähige Drosophila in den Zooläden.
die Lieferanten haben sich hier selbst “das Wasser abgegraben”
und sind nicht mehr in der Lage diese Fliegenart zu liefern.


Wass eigentlich so gut wie nie vermerkt wird ,
es hat sich in den hunderten von Zuchtempfehlungen
scheinbar noch nicht rumgesprochen:

Die Fruchtfliegen sind absolut Krankheitsfrei.

Aus diesem Grund ist es doch ein sehr wertvolles Futter.

Frischgeschlüpft haben alle Lebewesen
die höchste Lebensqualität.
Auch der Mensch, nur dieser schlüpft nicht sondern wird  geboren !


Ca 50 Fliegen genügen als Ansatz pro Behälter (1 Ltr.) !
Es muss immer davon ausgegangen werden, dass die Anzahl
der weiblichen Fliegen nicht bekannt ist und es daher zu
unterschiedlichen Mengen von Maden kommen kann,  die bei
Überbesetzung mit Maden, nach der Verpuppung mit
anschliessendem Schlupf der Fliegen, sich zu
sogenannten "Hungerformen" entwickeln können.
Es fehlte bei der Entwicklung der Maden
ausreichendes Zuchtsubstrat!

Diese Fliegen sind als Futtertiere wertlos.

Es kommt bei den Futtertierzuchten nicht auf
Quantität sonder auf Qualität der Futtertiere an.

Dunkel sollten die Fliegen nicht stehen.

Achten sie aber auf die Feuchtigkeit im Zuchtglas und
auf die richtige Temperatur, dann wird die Zucht gelingen.

Bei älter werdenden Zuchtbehälter beginnt auch
 die Milben - Entwicklung.

Die Milben kommen nicht von "draussen" in
die Zuchtgläser, sondern werden als Milbenbrut
bereits beim Neuansatz mit den Fliegen übertragen.

Wenn sie näheres über Milben in den Drosophilazuchten
wissen möchten klicken sie die entsprechende Seite an.

Achten sie darauf, um diese Entwicklung zu verhindern.

Rechzeitig neue Zuchten beginnen.

Nach dem Schlupf der neuen Fliegengeneration, sollten
diese Fliegen unbedingt zuerst für Neuansätze der Zucht
verwendet werden. "Futterfliegen" erhalten
sie später in ausreichender Menge.

Denn bereits nach kurzer Zeit entwickeln sich in
den Zuchtgläsern Milben, allerdings anfangs
 nur geringe Mengen, nicht erkennbar,
aber diese genügen bereits um Milbenbrut bei
 einem Neuansatz
mit den Fliegen zu übertragen.

Darum meine Empfehlung:

 
unbedingt nach dem  Schlupf der
neuen Fliegengeneration

diese für einen Neuansatz zu nutzen.


Ich habe eine einfache und doch erfolgbringende
Zucht beschrieben, die mit Sicherheit vollkommend
ausreichend die Fliegen und Fliegenmaden mit
Nahrung versorgen und eine gute Vermehrung bewirkt.

Bedenken sie :
 Haferflocken sind die Grundsubstanzen für
alle auf dem Markt befindlichen Baby - Nahrungen.
auch für alle auf dem Markt gehandelten  Fischfuttersorten.

Warum sollte diese nicht auch für die
Drosophila-Zucht ausreichend sein ?
Probieren sie es!

Vergessen sie die teuren Fertigmischungen
mit dem wohlklingenden Namen “Instand”
es ist rausgeschmissenes Geld.

Ich züchte seit über * 50 * ( fünfzig ) Jahren
bis zum Jahr 2005
die Fruchtfliegen in diesem Substrat. (ohne Hefe )
Ein Pfund Haferflocken, zubereitet als Zuchtsubstrat, ist
natürlich zu viel. Füllen sie den Rest des Substrates, der
nicht benötigt wird, in Plastikbeutel und frieren diese
tiefgekühlt ein. Die Tiefkühlung des Substraten bewirkt auch
das Abtöten von event. Parasiten. Nach Wochen aufgetaut und gut
verrührt steht einer Weiterverwendung nichts im Wege.
Ich wünsche guten Erfolg.
                                                        
                                                                       “
Glück Auf”   E. Stute