Enchyträen

E. und H.- G. Stute, Theodor - Storm - Str. 14,
 33719 Bielefeld - Heepen



Auszug aus meiner Broschüre  (Copyright 1983 )
Stand : 10. 12. 2007 ( überarbeitet )

        
Enchytraeus albidus


 
  Torfgranulat auch  als Zuchtsubstrat für die Enchyträenzucht !

Wie in dem Zuchtbericht der Springschwänze ausführlich über
Nutzung und Handhabung von Torfgranulat berichtet wurde,
so ideal ist dieses Substrat auch für Wurm - Zuchten.
   Grindalwürmer Enchytr. buchholzi und Enchyträen
 Enchytr. albidus könen in diesem Medium
hervorragend gezüchtet werden.

  Es muss aber auch hier einiges beachtet werden.

Das Granulat wird vor der Nutzung ausreichend gewässert.
Dieser Vorgang kann über mehrere Tage ausgedehnt
werden. Vorteilhaft ist es auch, nach dem  wässern,
das Substrat unter fliessendem Wasser auszusieben.
Kleinere Torfpartikel könnten sonst zu einer Verdichtung
des Substrates im Zuchtbehälter beitragen.
Dieses geschieht ja bereits durch geringe Ablösungen der
Oberflächen von den Torfkugeln nach längerer Nutzung.
Eingefüllt in einem Behälter ist ein überbrühen mit
heissem Wasser immer vorteilhaft.
Durch umrühren mit einem Löffel erreicht man die Benetzung
der Granulatkugeln mit heissem Wasser im gesamten Behälter.
Nach dem abschütten des Wassers , empfehlenswert über ein
Sieb, und Abkühlung des  Substrates, ist es gebrauchsfertig.

Aufgeteilt in kleine Zuchtbehälter,  es  können Kunststoffbehälter
aus Grossmärkten von ca 2 Ltr. Inhalt sein, die ja in
vielfältiger Form angeboten werden. Wenn die Inhalte
verbraucht und die Behälter gesäubert sind  ideal und
kostengünstig. Das Granulat wird  in ca 1/2 der Behälterhöhe,
mindestens aber ca 2cm hoch eingefüllt und mit wenig Wasser
übersprüht. Die Granulatkörnung sollte immer dunkel aussehen
und glänzen. Die Körnung ist dann ausreichend mit Wasser
angereichert! Auf die Oberfläche werden in einer begrenzten
Fläche, in der Grösse der Abdeckscheibe zum Beispiel, Würmer
aufgespült und mit einer Gabel vorsichtig verteilt und
mit Futter, empfehlenswert sind die Flocken der
Firma Milupa - Milana Haferflocken, gefüttert.

Als Futter empfehle ich   ausnahmslos :

noch einmal :  ausnahmslos



Wenn sie mit dieser Flockenmischung füttern
züchten oder vermehren sie “Bio” - Würmer !
also ein besonders wertvolles Futter für Zierfische!


Sie können natürlich eigene Mischungen verwenden.
Es gibt ja tolle “Experten” - Empfehlungen.
Wundern sie sich dann aber nicht, wenn die Milbenentwicklung
an erster Stelle steht und von den Enchyträen nur wenig übrig bleibt.

Das Aufstreuen der Futtermenge sollte immer vorsichtig dosiert ,
in kleinen Mengen erfolgen. Die Abdeckscheibe wird aufgelegt,
nicht aufgedrückt !
Nach einer kurzen "Anpassungszeit" der Würmer an die frische
Granulateinfüllung, beginnt die Vermehrung.
Die Zuchtbehälter sollten dunkel, bei einer Temperatur von
ca +12°C bis +15°C abgestellt werden.

Spülen sie von der Abdeckscheibe die Enchyträen in einen
kleinen Behälter und später dann aus diesem Behälter
über ein Sieb ( Artemiasieb entspr. Maschenweite ) diese in einen
 weiteren Behälter. Es werden dadurch Granulatkugeln von
 den Enchyträen getrennt und diese können dann sauber
verfüttert werden.
Bei vorsichtiger Dosierung des Futters, wie vorher erwähnt,
ist die erneute Fütterung der Enchyträen auch nach
 ca  2 bis 3 Tagen erforderlich.

Achten sie aber bitte darauf die Abdeckscheibe
nur gereinigt wieder aufgelegt wird.

Die Enchyträenmenge die beim hochnehmen der Glasscheibe
an dieser sitzen bleiben, hängt von der aufgestreuten
Futtermenge ab. Bei vorher beschriebener Futtermenge ist
eine Entnahme der Enchyträen in der vorher angegeben
Zeit möglich. Höhere Futtermengen erlauben die
Enchyträenentnahme erst nach dem Verzehr des Futters,
um nicht Würmer  und Futter von der Scheibe zu spülen !



( eigene Aufnahme mit Rollei B35 )

eingerichteter Enchyträenzuchtbehälter auf Torfgranulat.
Darstellung nach der ersten 0,5 cm Auffüllung.

Noch einige wichtige Informationen sollten sie beachten:
So, wie die Abdeckscheibe nach jeder Wurmabspülung
verschmutzt ist und gereinigt werden muss, so verschmutzt
auch die Substratoberfläche des Zuchtbehälter.
 Erkennbar ist der Verschmutzungsgrat des Granulates
durch die Verdichtung der Oberfläche.
Die Torfkugeln liegen nicht mehr getrennt sondern hängen,
 durch die Verschmutzung zusammen.
Besonders ist jetzt auch die beginnende Milbenentwicklung,
eventuell, erkennbar !!! Aus oder in dem Futter (Milupa)
entwickeln sich keine Milben !

Aus diesem Grund wurde bei Zuchtbeginn nur eine geringe
Substratauffüllung im Zuchtbehälter vorgenommen
(1/2 der Behälterhöhe ). Um die Würmer aus diesem
verschmutzten Bereich raus zu bekommen, wird die
Zuchtbehälteroberfläche vorher mit einer Gabel vorsichtig
aufgelockert und mit ca 0,5 cm frischem Torfgranulat
aufgefüllt, leicht mit Wasser übersprüht, dann mit Futter
bestreut und mit der sauberen Glasscheibe abgedeckt.
 Die Würmer versuchen an das Futter zukommen und
befinden sich in diesem frischen Substrat. Es dauert dann
aber einige Tage bis der gewohnte Vermehrungsprozess
wieder beginnt. Wenn eine Auffüllung mit frischem Substrat
nicht mehr möglich ist, beginnen sie unbedingt einen
neuen Zuchtbehälter.
Einrichtung wie vorher beschrieben.

Vergleichen sie auch meine Empfehlungen
der Oberfläche Reinigung
in der Zuchtbeschreibung “Grindal”.

Sie können davon ausgehen, das die aufgeführten Erfahrungen
mit dem Umgang und Nutzung von Torfgranulat für die
Futterzuchten keine Momentaufnahme ist, sondern von
mir seit einigen Jahren,  intensiv, sorgfältig und
mit Leidenschaft betrieben wird.

Da die "Jahrhundert" lange Anwendung von Torf,
Waldhumus, Rindenmulch ( alles ist in der Zwischenzeit
verseucht ) und hier auch noch die Unterscheidung  von
Eichenlaub - oder Buchenlaubhumus eine Rolle spielen,
sollte diese Art der Wurmzuchten überholt sein.
Wo bekommt man heute noch eine kleinen Menge
Torf von guter Qualität.
Wenn sie Lust und vor allendingen Zeit haben,
probieren sie die Zucht !
                                                                      
                                                                        
“Glück Auf” Heinz Günter Stute