Enchyträen - Zucht



   Auszug aus meiner Broschüre ( Copy 1983 )
Stand :  10. 12. 2002 ( überarbeitet )

  Enchyträen   -   Zuchtempfehlung
 ( Enchytraeus albidus )
                                            
   Torfgranulat auch als Zuchtsubstrat für die Enchyträenzucht !

 Wie in dem Zuchtbericht der Springschwänze ausführlich über Nutzung und Handhabung von Torfgranulat berichtet wurde, so ideal ist dieses  Substrat auch für Wurm - Zuchten.
               Grindalwürmer Enchytr. buchholzi und Enchyträen Enchytr. albidus können in
diesem Medium hervorragend gezüchtet werden.

       Es muss aber auch hier einiges Beachtet werden.

Das Granulat wird vor der Nutzung ausreichend gewässert. Dieser Vorgang  kann
über mehrere  Tage ausgedehnt werden. Vorteilhaft ist es auch, nach dem wässern,
das Substrat unter fliessendem  Wasser  auszusieben. Kleinere Torfpartikel könnten
sonst zu einer Verdichtung des Substrates im Zuchtbehälter beitragen.
Dieses geschieht ja bereits durch geringe  Ablösungen der Oberflächen von
 den Torfkugeln nach längerer Nutzung. Eingefüllt in einem  Behälter ist ein
 überbrühen  mit heissem Wasser immer vorteilhaft.
 Durch umrühren mit einem Löffel erreicht man die Benetzung der Granulatkugeln
 mit heissem Wasser im gesamten Behälter. Nach dem Abschütten des Wassers ,
 empfehlenwert über ein Sieb, und Abkühlung  des Substrates,  ist es gebrauchsfertig.

 Aufgeteilt in kleine Zuchtbehälter, es können Kunststoffbehälter aus Grossmärkten von
ca 2 Ltr.  Inhalt sein, die ja in vielfältiger Form angeboten werden. Wenn die Inhalte
verbraucht und die Behälter gesäubert sind,  ideal und kostengünstig.
  Das Granulat wird  in ca 1/2 der Behälterhöhe, mindestens aber ca 2cm hoch,
eingefüllt und mit wenig Wasser übersprüht.
Die Granulatkörnung sollte immer dunkel aussehen und glänzen.
Die Körnung ist dann ausreichend mit Wasser angereichert !
Auf die Oberfläche werden in einer begrenzten  Fläche, in der Grösse der Abdeckscheibe
 zum Beispiel,  Würmer aufgespült und  mit einer Gabel vorsichtig verteilt und mit Futter , empfehlenswert sind die Flocken der  Firma Milupa " Milana Haferflocken ", gefüttert.
Sie können natürlich eigene Mischungen verwenden. Es gibt ja tolle Experten - Empfehlungen.

Wundern Sie sich dann aber nicht, wenn die Milbenentwicklungen an
erster Stelle steht und von den Enchyträen nur wenig übrig bleibt.

 Das Aufstreuen der Futtermenge  sollte immer vorsichtig dosiert , in kleinen Mengen erfolgen.

           Die Abdeckscheibe wird aufgelegt,  nicht aufgedrückt !
Nach einer kurzen " Anpassungszeit "   der Würmer an die frische Granulateinfüllung,
beginnt die Vermehrung.
 Die Zuchtbehälter sollten dunkel, bei einer Temperatur von ca + 15 ° C
abgestellt werden.
 Spülen Sie von der Abdeckscheibe die Enchyträen in einen kleinen Behälter und später dann aus diesem Behälter über ein Sieb  ( z. Beisp. Teesieb ) diese in einen weiteren Behälter.
 Es werden dadurch Granulatkugeln von den Enchyträen  getrennt und diese
können dann sauber verfüttert werden.
Bei vorsichtiger Dosierung des Futters, wie vorher erwähnt, ist die erneute Fütterung
 der Enchyträen auch nach  ca  2 bis 3 Tagen erforderlich.
 Achten Sie aber bitte darauf die Abdeckscheibe nur gereinigt wieder aufgelegt wird.
 Die Enchyträenmenge die beim hochnehmen der Glasscheibe an  dieser sitzen bleiben, hängt
 von der aufgestreuten Futtermenge ab.
               Bei vorher beschriebener Futtermenge ist eine Entnahme der Enchyträen
in der vorher angegeben Zeit möglich. Höhere Futtermengen  erlauben die 
Enchyträenentnahme erst nach dem Verzehr des Futters, um nicht
Würmer und Futter von der Scheibe zu spülen ! Man muss es
ausprobieren und sollte sich dafür Zeit lassen.


     eingerichteter Enchyträenzuchtbehälter auf Torfgranulat !
     Darstellung nach der ersten 0,5 cm Auffüllung !

 Noch einige wichtige Informationen sollten Sie beachten:
 So, wie die Abdeckscheibe nach jeder Wurmabspülung verschmutzt  ist und gereinigt
werden muss, so verschmutzt auch die Substratoberfläche  des Zuchtbehälters.
 Nur hier ist keine Reinigung  möglich.
 Erkennbar ist der Verschmutzungsgrat des Granulates durch die  Verdichtung der Oberfläche .
 Die Torfkugeln liegen nicht mehr getrennt sondern hängen, durch die Verschmutzung
 zusammen.
Besonders ist jetzt auch die beginnende Milbenentwicklung, eventuell, erkennbar !!!
       Aus oder in dem Futter  (Milupa)  entwickeln sich keine Milben !

   Aus diesem Grund wurde bei Zuchtbeginn nur eine geringe Substratauffüllung im  Zuchtbehälter vorgenommen  (  1/2 der Behälterhöhe ).
Um die Würmer aus diesem verschmutzten Bereich raus zu bekommen, wird die  Zucht behälteroberfläche vorher mit einer Gabel vorsichtig aufgelockert und  mit ca 0,5 cm frischem Torfgranulat aufgefüllt , leicht mit Wasser übersprüht, dann mit Futter bestreut und mit der
 sauberen Glasscheibe abgedeckt.
  Die Würmer versuchen an das Futter zukommen und befinden sich in diesem frischen Substrat.
 Es dauert dann aber einige Tage bis der gewohnte Vermehrungsprozess wieder beginnt.

Wenn eine Auffüllung mit frischem Substrat nicht mehr möglich ist, beginnen Sie unbedingt einen neuen  Zuchtbehälter ! Einrichtung wie vorher beschrieben.

 Sie können davon ausgehen, das die aufgeführten Erfahrungen mit dem Umgang und
Nutzung von  Torfgranulat für die Futterzuchten  keine Momentaufnahme ist,
sondern von mir seit einigen Jahren, intensiv, sorgfältig und mit Leidenschaft betrieben wird.

Da die  "Jahrhundert" lange Anwendungszeit von Torf, Waldhumus, Rindenmulch ( alles ist in der Zwischenzeit verseucht ) und hier  auch noch die Unterscheidung von Eichenlaub - oder  Buchenlaubhumus  eine Rolle spielen, sollte diese Art der Wurmzuchten überholt sein.
 Wo bekommt man heute noch eine kleinen Menge Torf von guter Qualität.
                                                                                                                         Heinz - Günter Stute


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