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E. und H.- G. Stute, Theodor - Storm - Str. 14, 33719 Bielefeld - Heepen


Heimchen Acheta domesticus,
Zweifleckgrille Gryllus bimaculatus,
Steppengrille Gryllus assimilis ,
Kurzflügelgrille Gryllodes sigillatus Nachfolgende Zuchtbeschreibung ist für alle hier aufgeführten Arten anwendbar.
Behälter, Futter und Zucht:
Glas-, Plastik- oder Holzbehälter, Grundfläche ca 50 x 50 x 50 cm ( als Beispiel ) ( LBH ) für einen Zuchtansatz mit späteren Larven ( ca 500 Stück ).
Gazeabdeckung für die Be-und Entlüftung und entsprechende Öffnung für die Versorgung der Tiere einbauen.
 ( eigene Aufnahme mit Rollei B35 ) nicht besonders scharf aber doch erkennbar !
Temperatur : +25°C bis +30°C, über eine Zeitschaltuhr regeln!
die Temperatur nachts abschalten !!
Luftfeuchte: 65% bis 75 %.
Der Behälter wird ca 1cm hoch mit Hobelspänen ( für Hamster im Supermarkt erhältlich ) aufgefüllt. Eine Seite des Behälters wird zur Vergrösserung der inneren Oberfläche mit Eierwaben ausgekleidet. In der Nähe sollte auch eine 25 Watt Lampe, Sockel E14, es eignen sich natürlich auch die neue Generation der Sparlampen (z.B.14 Watt ).
Wenn der Behälter gleichzeitig für die Zucht Verwendung finden soll, ist die Hobelspänenfüllung auf ca 5 cm zu erhöhen. Grund : siehe weiter unten.
Das Futter wird in einem besonderen Behälter gefüllt. Bei regelmässiger Grünzeugfütterung im Zusammenhang mit der Zucht sollte auf eine Wassertränke ( Vogelfutterspender ) verzichtet werden, da die Weibchen diese Tränke sonst als Eiablagemöglichkeit nutzen. In diesem Fall würde innerhalb weniger Tage das Wasser verjauchen ! (Vorsichtig : es stinkt dann erbärmlich )
Als Futter empfehle ich ein Gemisch aus Weizenkleie, Hundeflocken, Haferflocken und Milupa - Milana -Haferflocken.
Der Hauptanteil sollte Weizenkleie sein. Sehr wichtig ist vitaminreiches ungespritztes Grünzeug als Zugabe. Löwenzahnblätter, Karotten, Äpfel , Salat und auch Kartoffeln,
aber keine Küchenabfälle. siehe hierzu die letzten Zeilen des Aufsatzes !
Der Eiablagebehälter steht unter der Lampe, innerhalb des Zuchtbehälter mit ca 10 x 20 cm Grundfläche und wird bis Oberkante Behälter mit vorgequollenem Torf aufgefüllt. Der Behälter wird dann mit Wasser aufgefüllt, so dass die dickflüssige Masse bis zum Behälterrand steht. Dann wird die Drahtabdeckung aufgelegt und die überflüssige Flüssigkeit abgegossen. Dabei den Inhalt aber nicht pressen. ( Torf bekommt “Mann” im Zooladen )
Als Abdeckung ist ein feinmaschiger rostfreier Draht ca 3 x 3 mm zu empfehlen. Wichtig, zur Sicherung der abgelegten Eier ! ( Draht - Gewebe bieten Baumärkte an ( verzinkt ! )
Die Feuchtigkeit muss anschliessend ständig kontrolliert werden, mindestens einmal in der Woche.
Die Restfläche des Zuchtbehälter ist absolut trocken zu halten.
Die Grünfütterung ist so zu bemessen, dass der Kot nicht dünnflüssig wird.
Die Eiablage der Weibchen erfolgt ständig.
Der Schlupf der Junglarven ist nach ca 8 bis 10 Tagen zu erwarten. Wenn Junge Larven sichtbar sind, wird der Bodenbelag regelmässig mit einem Stab aufgelockert und die Fläche mit feinem Futter ( Milupa Milana - Haferflocken ) bestreut. Hier finden die Jungtiere ideale Lebensbedingungen.
Diese können versteckt leben, sich regelmässig häuten und finden auch das Futter. Die Entwicklung zum erwachsenen Tier dauert ca 50 Tage. Die Lebensdauer der Adulten beträgt 90 bis 120 Tage.
Voraussetzung hierfür ist, dass die Tiere nicht "dampfgezüchtet" werden, d.h. um oder über +40°C.
züchten sie niemals in diesem Temperaturbereich !!
Die Tiere vertragen diese hohe Wärme überhaupt nicht und versuchen aus diesem Wärmebereich “raus zu kommen” können es aber nicht, der Behälter lässt es nicht zu !
es beginnt hier dann die Tierquälerei !
noch einmal: achten sie immer auf die richtige Zuchttemperatur ! die Temperaturen lassen sich vorzüglich über eine Zeitschaltuhr regeln.
Die Beleuchtung des Behälters dient auch gleichzeitig als Beheizung.
Es ist nicht zutreffend, dass z.B. Gryllus bimaculatus rund um die Uhr gleichmässig hohe Temperaturen benötigt. Dieses ist auch bei den drei anderen Arten nicht notwendig.
Die Natur selbst gilt hier als Wegweiser zur temperaturgerechten Aufzucht.
Die Tiere zeigen bei dieser Haltung eine ausserordentlich gute körperliche Verfassung.
Der Zuchtbehälter sollte regelmässig gereinigt werden. Zu starke Kotansammlungen können die Milbenbildung begünstigen. Die Hobelspänen können abschnittsweise ausgewechselt werden. Die Innenwände werden mit einem feuchten Tuch abgerieben und anschliessend getrocknet.
Futtertiere aus dem Zuchtbehälter erhält man durch Herausnahme der Eierwaben und vorsichtigem abklopfen über eine Plastikwanne oder Kunstoffaquarium.
Die Zuchttiere und einen entsprechende Menge grosser Larven werden in den Zuchtbehälter zurückgesetzt. Die benötigte Futterportion wird mit einem kleinen Haarpinsel in ein Plastikrohr ( Vogeltränke ) "gepinselt" und anschliessend in ein ca 1 cm Hohes Glas oder Kunstoffbehälter geschüttet. Gewünschte Benetzung der Tiere mit Vitaminpräparate können hier durchgeführt werden.
Über die unterschiedlichen Temperamente der Grillen will ich abschliessend informieren :
Heimchen Acheta domesticus und Kurzflügelgrille Gryllus sigillatus sind flink und sehr sprungfreudig.
Die Zuchten sind sehr produktiv, wenn ca 50 Weibchen mit bis zu 20 Männchen angesetzt werden.
Die Weibchen der Heimchen sollten getrennt von den Männchen angesetzt werden.
Begattete Weibchen erkennt man an dem kräftigen Körperumpfang und selbstverständlich auch an der Legeröhre.
Wenn die Geschlechter nicht getrennt werden, tummeln sich die Männchen mit auf dem Eiablagebehälter und sorgen für einen schnelle Verunreinigung des Eiablagesubstrates. Der Inhalt verjaucht und stinkt.
Die Männchen der anderen Arten tun dieses selten oder nur vereinzelt.

Die Steppengrillen Gryllus assimilis - ( siehe Bild ) und Zweifleckgrille Gryllus bimaculatus sind in der Handhabung und bei ruhigem Umgang ausgesprochen "zahm". Die Tiere lassen sich gut fangen und sortieren.
Für die Zucht empfehle ich aber nur die Steppengrillen einzusetzen, da diese doch robuster und kräftiger im Körperbau sind.
Der Nachwuchs dieser Grillen unterscheidet sich in der Stückzahl nicht von der Zweifleckgrille.
Ausgewachsen sind es kräftige “Happen” und bereits für Tiere von Anoligrösse nicht mehr geeignet. Kurzflügelgrillen und Heimchen sind ca halb so gross. Ausgewachsene Männchen der Zweifleckgrille zirpen mit besonderer Lautstärke, gefolgt von Heimchen und Steppengrillen.
Kurzflügelgrillen “zirpen” nicht.
 Kurzflügelgrille - Paar
Für die Futterversorgung von Baumsteigerfröschen empfehle ich nur die Kurzflügelgrillen zu züchten.

mein “Futterautomat” mit frischgeschlüpften Kurzflügelgrillen
Der sehr oft beschrieben Hinweis, den Futtertieren vor dem Verfüttern die Sprungbeine zu brechen ( dieses und auch einige andere Informationen sind scheinbar von Artikel zu Artikel vererbbar !) halte ich für ausgesprochenen Blödsinn und auch sehr Geschmacklos.
Auch wenn Insekten kein Schmerzempfinden haben, ist so etwas nicht ästhetisch.
Der “Liebe Gott” hat gewusst warum er diesen Tieren keine Schmerzempfindung gegeben hat, er kannte die “Eigenarten” der Terrarianer bereits !
Den Terrarieninsassen sollte hier der natürliche Beutefang nicht verweigert werden.
Auf sichere Abdeckung der Zuchtbehälter ist besonders bei Steppengrillen zu achten, da die Weibchen in den Abendstunden versuchen abzufliegen. Zweifleckgrille und Heimchen versuchen nur in Ausnahmefällen den Abflug. Kurzflügelgrillen können nicht fliegen.
Besorgen sie sich einen Zuchtansatz und versuchen die Zucht !
Kleine Anmerkung : Wir erhalte in letzter Zeit ständig Nachfragen nach zuchtfähigen Grillen. Es ist noch bekannt, dass wir Grillen gezüchtet haben.
Uns wird mitgeteilt, das Grillen aus dem Zoohandel gekauft nicht fortpflanzungsfähig sind. Es wird bei diesen Anrufen vermutet, dass dieTiere bestrahlt wurden und dadurch unfruchtbar sind.
Auch bei den Fruchtfliegen soll es der Fall sein !
Es ist zu empfehlen, Grillen und auch Drososphila dort einzukaufen, wo die Nachzüchtbarkeit sicher ist.
Wenn sie Lust und vor allendingen Zeit haben, probieren sie die Zucht ! “Glück Auf” E. Stute

Einen besonders interessanter Aufsatz hierzu war in der DATZ zu lesen : 2 Biologen beschreiben, aufgeteilt über 2 Hefte der DATZ, die Fütterung von Heimchen mit Küchenabfällen.
Ich weiss nicht welche Vorzüge eine Fütterung der Heimchen mit Küchenabfällen haben soll ?
Bei den doch sehr hohen Zuchttemperaturen in einem Zuchtbehälter kommt es doch zum Gestank dieser Abfälle !
Der Zuchtbehälter sollte aber nicht in eine “Biotonne” oder “Abfalltonne” gewandelt werden denn:
Heimchen werden als Futtertiere gezüchtet und nicht als stinkendes Abfallprodukt !
ich wünsche mir dass keine ähnlichen Aufsätze mehr in einer “Fachzeitschrift” dem Leser angeboten werden !
auch wenn es “nur Futtertiere” sind, sollten diese doch mit etwas mehr Respekt behandelt werden.
“Glück Auf” H. G. Stute


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