Grindal

E. und H.- G. Stute, Theodor - Storm - Str. 14,
33719 Bielefeld  - Heepen



Enchytraeus buchholzi

ist ( oder soll ) die wissenschaftliche Bezeichnung
der  Grindalwürmchen.
( es sind keine Enchyträen !)

Grindalwürmchen können unbesorgt
täglich an Zierfische verfüttert werden !
es besteht nicht die Gefahr einer “Verfettung”
wie es bei einer Enchyträenfütterung der Fall sein könnte.

Ich füttere meine Korallenfische jeden 2.Tag mit Grindal ( seit ca 6 Jahren )
und konnte keine Nachteile beim Laichen der Fische feststellen.

Der Laich entwickelt sich immer bis zum Schlupf der Brut einwandfrei !

Eines macht macht mich aber unsicher:
Wie kann ein “wärmeliebender”
Wurm von  einer Frau Grindal
in Norwegen entdeckt  werden ?  ( so konnte ich es lesen ).

Dieser Wurm soll sich in einer Enchyträenzucht mit  entwickelt haben.
Enchyträen werden bei Temperaturen von ca +12°C bis +15°C  gezüchtet,
 Grindal lieben aber Wärmegrade um +21°C

”Beide” in einer Zuchtkiste geht doch eigentlich nicht !

Auch ist es unmöglich in einer “Wurmmischkultur” einer Zuchtkiste
Grindal und Enchyträen zu trennen ? !

Es wird wohl ein “Witzbold” gewesen sein der diese Einfälle hatte.


                      

Wie in dem Zuchtbericht der Springschwänze ausführlich über
Nutzung und Handhabung von Torfgranulat berichtet wurde,
so ideal ist dieses Substrat auch für Wurmzuchten
z.B. für Grindalwürmer,
diese können in diesem Medium hervorragend gezüchtet werden.

Meine Zuchtansätze wurden nur auf / in diesem Substrat geliefert.

Es sollte aber auch hier einiges beachtete werden :
Das Granulat wird vor der Nutzung  ausreichend
gewässert. Dieser Vorgang sollte über mehrere Tage
ausgedehnt werden. Wichtig ist es auch, nach dem wässern,
das Substrat unter fliessendem Wasser auszusieben.
Kleine Torfpartikel könnten sonst zu einer zu schnellen
Verdichtung des Substrates im Zuchtbehälter beitragen.
Dieses geschieht ja bereits durch geringe
Ablösungen der Oberfläche von den Torfkugeln
nach längerer Nutzung.

Eingefüllt in einem Behälter ist ein überbrühen mit heissem
Wasser immer vorteilhaft. Durch umrühren mit einem
Löffel erreicht man die Benetzung der Granulatkugeln mit
heissem Wasser im gesamten Behälter. Nach Abschüttung
des Wassers, empfehlenswert über ein Sieb und Abkühlung
des Substrates, ist es gebrauchsfertig.  Aufgeteilt in
kleine Zuchtbehälter, es können Kunststoffbehälter
aus Grossmärkten von ca 2 Ltr. Inhalt sein, die ja in
vielfältiger Form angeboten  werden.



( eigene Aufnahme mit Rollei B35 )

Ein Grindalzuchtbehälter, wie beschrieben, in der
ausreichenden Grösse !
Wenn der Behälter nicht in einem Zuchtschrank abgestellt wird,
sollte dieser mit einem Damenstrumpf-Abschnitt
abgedeckt werden.
Dieses verhindert die Schädigung durch Anfluginsekten !

Bleiben sie bitte bei dieser Grösse, da auch die Enge des

Wurmbesatzes eine Rolle bei der Vermehrung spielt.

Dieses wird in dieser Behältergrösse erreicht.

Das Granulat wird zur Hälfte der Behälterhöhe, mindestens
aber 2 cm hoch, eingefüllt und mit wenig Wasser besprüht.
Die Granulatkörnung sollte immer dunkel aussehen und glänzen.
Auf die Oberfläche werden in einer begrenzten Fläche, in der
Grösse der Abdeckscheibe zum Beispiel, Würmer aufgespült
und mit einer Gabel vorsichtig verteilt und mit Futter bestreut.

Als Futter empfehle ich 
 ausnahmslos,

noch einmal :  ausnahmslos



Wenn sie mit dieser Flockenmischung füttern
züchten oder vermehren sie “Biogrindal” - Würmer.
also ein besonders wertvolles Futter für Zierfische!

wenn sie anderslautende Futterempfehlungen lesen, dann vergessen sie diese.
 es sind nur wirkungslose  “Beschreibungsphilosophien”
oder besser gesagt Zuchtsubstrate für die Vermehrung von Milben.

glauben sie mir,
 ich habe eine Jahrzehnte lange 
fast tägliche Erfahrung.

seit 2005 züchte ich für den Eigenbedarf Grindal auf Torfgranulat für die
 Versorgung meiner Korallenfische.
Mit der sogenannten “weissen Kugelmilbe” habe ich keine Probleme da es
zu keiner Zeit zu einem Befall mit dieser Milbe gekommen ist.

Allerdings tritt nach längerer Zeit der Nutzung der Zuchtbehälter,
also nach beginnender Verdichtung der Granulatkugeln
( Verdichtung durch Verschmutzung und Ablösung der Granulatoberfläche)
eine kleine braune schnelllaufende Milbe auf,
die sich auf der Oberfläche bewegt aber keinen Schaden anrichtet.
( Das Zeichen für mich den Zuchtbehälter zu erneuern).

Aber die günstige Eigenschaft hat im “Spülwasser” der Grindal auf der
Oberfläche schwimmt und abgegossen wird bevor die gespülten Grindal
in einem kleineren Behälter geschüttet werden.  
Sie lesen weiter unten über die “Gewinnung”  reiner Grindal aus den Zuchtbehälter,
ich hoffe , verständliche Informationen.
 
Für die weitere Futterversorgung
genügt dann eine geringe Menge an Futter, wenn zu viel aufgepudert
wird kommt es zur Verdichtung der Oberfläche.
die Würmer bekommen dannaber keine Luft mehr und ersticken eventuell.


Der Nachteil:
 ( es ist der schwierigste Teil einer Zucht ),
die Würmchen müssen dann jeden
3. oder 4. Tag gefüttert werden.

Der
Vorteil:
sie erhalten am Tag der Fütterung immer reine
saubere Würmer von der Abdeckscheibe zum verfüttern.
-
Das Ergebnis:
sie wissen
, dass es an den Tagen der Grindalfütterung immer
Futter für die Pfleglinge gibt.

 
Die Abdeckscheibe wird aufgelegt
, nicht aufgedrückt.
Nach einer kurzen "Anpassungzeit" der Würmer
an die frische Granulateinfüllung, beginnt die Vermehrung.
Die Zuchtbehälter sollten,
bei einer Temperatur von :

ca +21°C bis +23°C ,

möglichst dunkel, abgestellt werden.

Die Zuchttemperaturen müssen unbedingt
eingehalten werden
sonst gelingt die Zucht nicht.

Ich empfehle in einem Zuchtschrank zu züchten.

mein Vorschlag:
Betreiben sie pro Becken mit normalen Fischbesatz  einen
Zuchtbehälter, wie auch die Abbildung zeigt, Grindal in
vorher genannter Zuchtbehältergrösse.

Sie können dann jeden 2. oder 3. Tag die Fische  mit
lebenden Futter versorgen.

Als "Zwischenmahlzeit " bieten sich  Moina an !
( der  “Japanische” Wasserfloh )



Sie haben dann die perfekte Futterversorgung ihrer
Pfleglinge mit
lebenden Futter .

Spülen sie von der Abdeckscheibe die Grindal in einen
kleinen  Behälter und später dann aus diesem
Behälter über ein Sieb ( z. B. ein Artemiasieb )
die Grindal in einen weiteren Behälter. Es werden
dadurch  Granulatkugeln von den Grindal getrennt
und diese können dann sauber verfüttert werden.



Bei  vorsichtiger Dosierung des Futters, wie vorher
erwähnt, ist die erneute Fütterung der Grindalwürmer
auch erst nach ca 2 bis 3 Tagen erforderlich, wenn
eine regelmässige Fütterung mit Grindalwürmern
erfolgen soll.
Achten sie aber bitte darauf die Abdeckscheibe,
 nur gereinigt (unter fliessendem Wasser), wieder aufzulegen.

Die Grindalmenge die beim hochnehmen der Glasscheibe an
dieser sitzen, hängt von der aufgestreuten Futtermenge ab.
Bei vorher beschriebener Futtermenge ist eine Entnahme
der Grindal in der vorher angegeben Zeit möglich.
Höhere Futtermengen erlauben die Grindalentnahme aber erst
nach dem Verzehr des Futters, um nicht Grindal und
Futter von der Scheibe zu spülen.

Mann” muss es ausprobieren und sollte sich dafür Zeit lassen.


( eigene Aufnahme mit Rollei B35 )

als “Abdeckungsbeispiel”:
Eingerichteter “Grindalzuchtbehälter” auf Torfgranulat
mit Strumpfabdeckung.

Zuchtbehälter immer ohne Deckel aufstellen ,
aber mit einem Abschnitt eines Damenstrumpfes.

Noch einige wichtige Informationen sollten sie beachten:
So, wie die Abdeckscheibe nach jeder Grindalabspülung
verschmutzt ist und gereinigt werden muss, so verschmutzt
auch die Substratoberfläche des Zuchtbehälters.
Nur hier ist hier keine Reinigung möglich.

Jetzt aber doch, wenn auf/in Torfgranulat gezüchtet wird.
( 08.08.08 )

ich habe eine Methode erprobt,
die die Oberfläche des Granulat im Zuchtbehälter säubert.

Handhabung wie folgt:
stechen sie mit einer Gabel senkrecht in die Granulatfüllung
und lockern diese Füllung auf.
 Bis auf dem Behälterboden “durchstechen”.

Diese Auflockerung des Granulat müssen sie besonders
 im Bereich der Grindalfläche ( also der Futterstelle )  durchführen.
sie erreichen dadurch die Trennung der zusammenhängen
Granulatkugeln.
Sprühen sie mit einem Wäschesprenger, 
aber etwas kräftiger,
diese aufgelockerten Stellen ein bis das Wasser fast
die  Oberfläche erreicht hat.
decken sie dann die Oberfläche, oder auch nur Teile dieser Fläche,
mit einer passenden Glasscheibe ab und schütten das Wasser,
jetzt stark durchsetzt mit Schmutzpartikel, ab.

Diesen Vorgang wiederholen sie 1 oder auch 2 mal
und erreichen dadurch die Reinigung der Oberfläche !
Die Granulatkugeln glänzen wieder !
Mit der Gabel wird die Oberfläche glatt und eben “gestrichen”
und der Ansatz neu angefüttert.

Es ist eine Ideale Lösung und erlaubt eine wesentlich
längere  Standzeit der Zuchtbehälter.

Substrate wie Torf oder was auch immer sonst noch
genommen wird,
erlauben diesen Reinigungsvorgang aber nicht.

Erkennbar ist der Verschmutzungsgrat
des Granulates durch die Verdichtung der Oberfläche.
Die Torfkugeln liegen nicht mehr getrennt
sondern hängen durch die Verschmutzung zusammen.
Besonders ist jetzt auch die beginnende Milbenentwicklung,
eventuell
, erkennbar.

Reinigen sie die Oberfläche wie vorher beschrieben.


Aus oder durch das Futter entwickeln sich keine Milben,
wenn mit “Milupa” gefüttert wird.

Wenn sie mehr über Milben in der Grindalzucht wissen
möchten, klicken sie die Seite “Milben Grindal” an.

Eine weitere Möglichkeit die Oberfläche sauber zu bekommen:
Es wird bei Zuchtbeginn nur eine geringe
Substratauffüllung im Zuchtbehälter vorgenommen
( z.B. 1/3 der Behälterhöhe ). Um die Grindalwürmer aus
diesem verschmutzten Bereich raus zu bekommen, wird die
Zuchtbehälteroberfläche vorher mit einer Gabel
vorsichtig aufgelockert und mit ca 0,5 cm frischem
Torfgranulat aufgefüllt, leicht mit Wasser übersprüht,
dann mit Futter bestreut und mit der sauberen
Glasscheibe abgedeckt.
Die Würmer versuchen an das Futter zukommen und
befinden sich in diesem frischen Substrat.
Es dauert dann aber einige Tage bis der gewohnte
Vermehrungsprozess wieder beginnt.

Wenn eine Auffüllung mit frischem Substrat nicht mehr
möglich ist, reinigen sie die Oberfläche wie
vorher beschrieben!
( sauber spülen der Oberfläche ).

Wenn die Reinigung aber nicht mehr möglich ist,

richten sie dann unbedingt einen
neuen Zuchtbehälter ein.
Einrichtung wie vorher beschrieben.

Sie können davon ausgehen, dass die aufgeführten
Erfahrungen mit dem Umgang und Nutzung von
Torfgranulat für die Futtertierzuchten keine
Momentaufnahme ist, sondern von mir
seit einigen Jahren intensiv, sorgfältig
und mit Leidenschaft betrieben wird.
( also auch heute noch ! )

Da die "Jahrhundert"- lange Anwendung von Torf,
Waldhumus, Rindenmulch, alles ist in der Zwischenzeit
ja auch verseucht, und hier auch noch die Unterscheidung
von Eichenlaub - oder Buchenlaubhumus eine Rolle
spielen soll, ist diese Art der Wurmzuchten doch überholt.
Die Berichterstatter dieser Substratempfehlung kennen es
nicht  anders und können keine anderen Empfehlungen geben.

Wo bekommt man heute noch eine kleinen Menge Torf von
guter Qualität. Zugegeben,
Torfgranulat ist teuer, aber die
Anschaffung lohnt sich, da dieses Granulat immer
wieder aufbereitet ( gereinigt ) werden  kann.

Eine Futterversorgung der Zierfische, dazu gehören auch
Korallenfische , mit lebenden Futtertieren ist doch dass
wichtigste, woran gedacht werden muss und
auch eingehalten werden sollte.

Versuchen sie die Wurmzucht in diesem Medium.
Die Versorgung der Zuchtansätze ist eine Minuten Sache
und kann in der Urlaubszeit, auch 3 bis 5 Wochen
lang ausgesetzt werden.
Glauben sie mir, es geht ! Probieren sie es !

bei der Schaumstoffplatten - Zucht geht dass aber nicht
diese Zuchtmethode benötigt  tägliche Pflege !

“Schön” geschriebene Aufsätze darüber “blenden”nur !
also Finger weg von dieser immer wieder
empfohlenen Zuchtmethoden.

Wenn sie die Zucht der Grindal-Würmchen nicht kennen,
sollten sie  meiner Empfehlung unbedingt folgen.

                                                                                         “Glück Auf”   H.G. Stute

*********
ein kleiner aber doch

“hochinteressanter” Nachtrag:

Einen besonders interessanten Aufsatz über eine Grindalzucht
habe ich in der DATZ Heft 3 / 1989 Seite 181
von Herrn Bernd Sterzel gelesen unter der Überschrift:

Grindal - kann man in Massen züchten.

Der Verfasser beschreibt die Massenzucht von Grindal,
nach dem
1 Jahr (??) lang
nach dem richtigen Futter gesucht  wurde,
( dass ist die “Wissenschaft” des kleinen Mannes ! )

auf Schaumstoff - Platten.

aus  12 (zwölf)  Einliter Dosen

bei  zwei bis dreimaliger Fütterung je Dose  am Tag !

allein diese Aussage ist ausgesprochener Schwachsinn !
sie können auch fünfmal am Tag füttern,
denn :
die Würmer fressen nicht schneller und vermehren
sich auch nicht schneller.
 auch nicht, wenn es eingetragene Herdbuchtiere sein sollten .

Mir scheint es liegt hier für den Verfasser eine Verwechslung
mit  einem Schweinezuchtbetrieb vor !

die Würmer sind überhaupt nicht in der Lage
das Futter so schnell  aufzunehmen!

 
Aus welchen Grund auch ??

Eine normale und vernünftige Grindalzucht
 verlangt, je nach Besatz,
eine erneute Fütterung erst nach ca 3 Tagen.

aber trotzdem
gewinnt Sterzel im Schnitt :

pro Monat 1 Kilogramm reine Würmer !

Die Zusammensetzung der von  Sterzel
empfohlende Futtersubstrat
finden sie unter dem Link
:“Sterzel Spezialmischung”.

 Ich will damit nur den Unsinn erkennen lassen,
der teilweise in der Fachliteratur erscheint.
noch trauriger!
Es gibt immer noch Aufsatzschreiber die Methoden beschreiben
die mit sinnvollen Zuchten von Futtertieren nun wirklich
nichts zu tun haben.
Dass fängt mit Wasserflohzuchten in Marmeladengläsern an
und hört mit Kiloweiser Zucht von Würmern auf.

dazu nur eine Anmerkung :
wie kann man nur so einen Unsinn schreiben und
dann noch in der DATZ veröffentlichen ?
die Zeitschrift nimmt so etwas trotz fachlicher Beratung
durch Radaktionbeiräte auch noch an !
( diese Herren scheinen den "Stoff" auch nicht zu  beherrschen.)

ich habe bevor ich z. B. den Artikel über die Moina -Zucht ins
Netz gestellt habe der DATZ diesen Artikel angeboten:

Der Redakteur wollte nicht.
Der Aufsatz hatte zu viele Ausrufezeichen und war zu lang !

Scheinbar sind fachliche Informationen nicht erwünscht
oder besser vielleicht:
“Mann” kann damit nicht umgehen  !


Aber - ??
mit Küchenabfällen
Heimchen füttern,

ein über
2 Hefte verteilt,von 2 Biologen ( vermutlich Lehrlinge )
geschrieben
veröffentlichter Aufsatz, war für den Leser ( ? )
scheinbar eine wirkliche Bereicherung,
oder ?

Da kommt man als Fliegenzüchterin nicht infrage.
bin auch von der DATZ Redaktion entsprechend behandelt worden  !
aber,
nicht ärgern ! nicht aufregen!
so sind wir geborenen Deutschen eben !


Lesen sie hierzu auch meinen Artikel
DATZ Heft 6/90 Seiten 369
                                                                                
“Glück Auf” Elly Stute