|
E. und H.- G. Stute, Theodor - Storm - Str. 14, 33719 Bielefeld - Heepen

Turbatrix silusiae ( linkes Würmchen) oder auch Panagrellus redivisvus ( rechtes Würmchen)

warten sie bitte einen Augenblick, die Würmchen zeigen sich gleich !
Mikrowürmchen erreichen eine Grösse von ca 2 mm maximal. Im Anschluss an die Infusorienfütterung, in Verbindung mit Artemia, bilden diese in der Zierfischzucht eine wichtige Futtergrundlage. Wenn nachfolgende Empfehlung beachtet wird, klappt auch die Zucht :
Glas- oder Kunststoffbehälter ( lebensmittelecht ) mit Deckel bis 10 cm Durchmesser, ( immer mit Deckel ) , eignen sich als Zuchtbehälter. Der Behälter soll so beschaffen sein, dass eine spätere Futterentnahme ohne Schwierigkeiten möglich ist. Kunststoffbehälter sollten auf keinem Fall nach Plastik riechen. Wird dennoch in solchen nicht geruchfreien Plastikbehältern gezüchtet, so liegt darin die Ursache, dass die Würmchen wegen ihres artfremden Plastikgeruches (oder auch Geschmack ?) von der Fischbrut nicht angenommen wird.
Die Würmchen sind ja eine "Naturkost" ohne Lockmittel !
Ideal als Zuchtbehälter sind auch 1 Ltr Weckgläser mit Deckel.

Futtergrundlage bilden ungekochte Haferflocken die mit einem Sahne / Wasser - Gemisch zu einem festen Brei verrührt werden.
Zubereitung : 1 Pfund Haferflocken wird mit verdünnter süsser Sahne, im Verhältnis : 2 Teile Sahne und 2 Teile Wasser, also zwei Becher Sahne und zwei Becher, (den selben Sahnebecher nehmen ), mit Wasser gefüllt, zu den Haferflocken gegeben und mit einem Mixer gut verrührt. Das Substrat muss immer zäh bleiben ! Eine Verflüssigung der Oberfläche stellt sich bei guter Wurmentwicklung von selbst ein.
Den Brei ca 1 cm hoch in den Zuchtbehälter füllen. Die Seitenwände dürfen von dem Brei nicht berührt werden.
Da das Zuchtsubstrat nicht in der ganzen Menge verbraucht wird, füllen sie die Restmenge, Portionsweise in Plastiktüten und frieren diese tiefgekühlt ein. Die Wiederverwendung bereitet keine Probleme! Nach dem Auftauen mit einem Kochlöffel gut durchrühren und anschliessend in den Zuchtbehälter füllen. Besonderer Vorteil des einfrieren : eventuelle Milben sterben sofort ab.
Den Zuchtbehälter immer abgedeckt mit einem Deckel aufstellen.
Zuchttemperatur : ca +20°C ( also Zimmertemperatur! )
Versuchen sie nicht die Mikro - Kulturen bei höherer Temperatur zu züchten !
Die Kulturen sterben ab !
Die Zuchtgläser auf keinem Fall auf eine
Styroporplatte als Unterlage stellen !
Die dadurch entstehenden höheren Zuchttemperaturen in den Zuchtbehälter, die normale Temperatur wird von der Styroporunterlage zurückgestrahlt, bewirkt dann eine zusätzliche Erhöhung der Substrattemperatur und das Absterben der Zuchten!
Nach beginnendem Sauerstoffmangel und Vermehrung der Würmchen in dem abgedeckten Zuchtbehälter "steigen" die Würmer an den Innenwänden auf um den Sauerstoffbedarf in den “höher gelegenen Regionen” im Zuchtbehälter eventuell decken zu könen. Erst dann besteht die Möglichkeit Würmchen sauber von den Innenwänden des Zuchtbehälter zum verfüttern abzunehmen !
Das geschieht mit einer Rasierklinge einem Spatel, einem kleinen Pinsel, oder auch mit einem Finger.
Niemals aus dem Zuchtsubstrat !!
setzen sie rechtzeitig neue Ansätze an.
Die Pflege von nur einem Zuchtbehälter kann zu Problemen führen, wenn dieser abstirbt. Den gelieferten Zuchtansatz Mikro, besser Teile aus dem Zuchtsubstrat, in den vorbereiteten Zuchtbehälter auf das Zuchtsubstrat vorsichtig auflegen. Der Transport bewirkt eventuell die Veränderung des Behälterinhaltes. Nach Einbringen in die Zuchtgläser normalisiert sich nach kurzer Zeit dieser Zustand.
Die Zucht beginnt.
Ich empfehle aber, nach dem Neuansatz, den Zuchtbehälter täglich zu kontrollieren, da sich auf der Oberfläche des Substrates eine "Kahmhaut" bilden kann.
Diese verhindert die Bewegung der Würmchen auf der Oberfläche und lässt diese dann absterben.
Abhilfe : Oberfläche mit einem Wassersprüher leicht anfeuchten und mit einer Gabel über die Oberfläche "streichen" ! ( die Kahmhaut "aufreissen" ) also frei Bewegungsflächen schaffen ! Die Würmchen müssen sich auf der Substrat-Oberfläche bewegen können.
Ein weiteres Problem kann bei zu hohen Aussentemperaturen oder auch dann auftreten, wenn die Belüftung der Zuchtbehälter vernachlässig wird. Hierzu lesen sie bitte unter "kleine" Tipps" weiter Informationen.
Eventuelle Entwicklung von Milben schaden der Zucht nicht. Es können dann kleine schnell laufende braune Milben sein, die an den Seitenwänden leben. Sie werden die Milbenentwicklung nicht unbedingt verhindern können ! Diese treten fast immer wieder auf, wenn der Zuchtansatz älter wird.
Wenn Würmchen, die von den Seitenwänden des Zuchtbehälter abgenommen werden, diese auch mit Milben durchsetzt sind, schaden diese den Zierfischen nicht . Setzen sie aber in diesem Fall, nach Erkennung der Milbenentwicklung, neue Zuchten an. Versuchen sie es, es wird mit Sicherheit gelingen.
Ich wünsche Erfolg bei der Mikrozucht. "Glück Auf" E.Stute

Ein kurzer Anhang: Ich konnte in einer Fachzeitschrift lesen, das Mikrozuchten sehr erfolgreich bei +25°C gezogen werden. Allerdings alle 14 Tage neu angesetzt wurden.
zum Nachdenken: Mikrowürmchen sind keine tropischen Würmer !
Die Vermehrung im Zuchtbehälter beginnt erst nach ca 1 Woche.
Die oben angegebene Zuchttemperatur (+20°C) entspricht der Zimmertemperatur ist wirklich ausreichend für die Zucht. Die Würmer entwickeln sich unter normalen Bedingungen recht gut und ereichen dann nach ca 14 Tagen eine Vermehrung wie ich diese unter “kleine Tipps” beschrieben habe. Ein Neuansatz ist aber erst zu empfehlen, wenn die Substratoberfläche sich “verflüssigt” hat und die Mikro-Würmchen sich dann nur noch “schwimmend” fortbewegen können ! H.G. Stute , 30. Nov. 2009


|