Springschwanz  1


E. und H.- G. Stute, Theodor - Storm - Str. 14,
  33719  Bielefeld - Heepen 

    


  
Folsomia candida  



 Zuchtempfehlung für die Zucht von
 Springschwänzen in grösseren Behältern,

für den ausreichenden Bedarf an Futtertieren !
oder
für Züchter die den Grosshandel beliefern damit
die später angebotenen Springschwanz - Zuchtansätze
auch wirklich als  “Anätze” erkennbar sind !

   Auf / in Torfgranulat

  Kunststoffbehälter in der Grösse 35 x 25 x 15 cm ( LBH )

   Mit einer Einfüllmenge von ca 4 Liter  Torfgranulat.
 Der Behälter ist dann ca 3/4  gefüllt .

 Die Zucht in kleinere Behälter ist natürlich auch möglich.
 Siehe hierzu die Seite  “Springschwänze 2”
und  “kleine Tipps”.

Die Wahl der Behältergrössen hängt vom Bedarf ab und
sollte jeder für sich entscheiden .

       Ich beschreibe die Zucht in vorher genannten Behältern.

       Vor dem Einfüllen in den Zuchtbehälter muss das Granulat
 mehrere Tage gewässert werden . Das Granulat schwimmt
 hauptsächlich an der Oberfläche und sollte öfter 
 durchgerührt  ( Kochlöffel ) werden, damit kleine Torfpartikel
 auf den Boden sinken können .
   Die Torfkugeln sollen nach dem wässern glänzen. Anschliessend
das Granulat in  kleinen Mengen, von der Oberfläche abschöpfen
(Suppenkelle ),  in  ein Sieb ( Durchschlag ) füllen und
 unter fliessendem Wasser gut durchspülen. Die auf dem
Behälterboden befindlichen Granulate müssen besonders
 stark gespült werden, da hier die kleinen
 Torfpartikel ausgeschwemmt wurden.

     Sinn dieser Spülung:

Auswaschen weiterer kleiner Partikel aus dem Granulat, die sonst
   später beim Absaugen des Spülwassers aus dem Zuchtbehälter
  Probleme bereiten würden. Nach dem Spülvorgang wird das
Substrat in den Zuchtbehälter gefüllt. Also, jede gespülte Siebfüllung.
 Wenn die entsprechende Menge gespült in den Zuchtbehälter
 eingefüllt wurde, wird das ganze mit heissem Wasser
übergossen und mit einer Gabel das Substrat durchgerührt,
 also  " parasitenfrei " gemacht. 
Das  Wasser im Behälter wird anschliessend mit einem
Schlauch vom Boden des Behälters abgesaugt.

  Der Schlauch sollte einen Durchmesser von  9 mm haben und
an der Ansaugspitze, also das Ende,  dass in den Zuchtbehälter
gesteckt wird, mit einem Sieb versehen sein. Als Sieb sollte man
 den Vorsatz des Ansaugrohres einer Filteranlage nehmen.
   Diese Siebe sind grün mit länglichen Schlitzen.

    
Das Sieb muss sein, sonst verstopft der Schlauch gleich .

Der geringe Durchmesser des Schlauches verhindert einen zu
 starken Sog und dadurch ein schnelles Zusetzen des Siebes
 durch die Granulatkörnung .
Besonders kleine Partikel, diese sind ja besonders leicht,
 verstopfen das Sieb sofort.

Es ist wichtig, schon in der Vorbereitung des Zuchtbehälters
 sorgfältig vorzugehen. Wenn trotzdem der Sog nachlassen sollte,
 Ansaugsieb reinigen.  Durch das Absaugen verdichtet sich der
gesamte Inhalt. Mit einer Gabel wird anschliessend das
Torfgranulat im Behälter von unten nach oben angehoben
 ( anheben vom Boden aus), also aufgelockert und die
 Oberfläche dann mit der Gabel glatt gestrichen.
     In einem Satz gesagt: der Inhalt befindet sich anschliessend
 aufgelockert im Zuchtbehälter.
 


( eigene Aufnahme mit Rollei B35 )


       Zuchtbehälter im Querschnitt !  
 weiss : Flockenfischfutter ! ( z.B. Teichfischfutter oder auch
 andere Fischfuttersorten ).
Ich verwende ein Gemisch aus Teichfischfutterflocken, Tetra Phyll
oder ähnliche  Grünflocken und Milana - Milupa - Haferflocken !
  schwarz : Torfgranulat !

Sehr wichtig ist es jetzt mindestens einen halben Ltr. Wasser 
( handwarm)  auf der Oberfläche zu verteilen.  Danach wird
in Längsrichtung des Behälters ( also ca 30 cm lang )
  eine Furche geformt bis zu einer Tiefe, die kurz über den
Wasserstand am Boden reicht und in der Breite, dass ca  3/4 Ltr.
Flockenfischfutter locker eingefüllt werden kann.
Ich ziehe diese Furche immer in V- Form.
     Anschliessend wird das Futter mit Torf - Granulat abgedeckt.
 Das macht man mit einem Teichschaber und einer Hand. Also,
 von den Aussenwänden der Längsrichtung her
zur Mitte hin. Dadurch entsteht ein kleiner "Hügel" in
der Behältermitte in Längsrichtung.

Die Futtermenge richtet sich natürlich nach dem 
Springschwanzbesatz.
       Die Einrichtung des Behälters ist erreicht.

Es liesst sich vielleicht etwas schwer ist aber in der Handhabung
 nach der ersten Einrichtung kein Problem mehr!

 Eventuelle weitere Behälter werden genau so eingerichtet,
 Voraussetzung man hat Springschwänze, möglichst Parasitenfrei ,
 als Besatz. Für den Erstbesatz des beschrieben Zuchtbehälters ist
  eine Menge von einem Kaffeeportionslöffel, (kleine Grösse),
  Springschwänzen ( candida )  zu empfehlen.
Der Zuchtbehälter muss mit einem Damenstrumpf
 ( Strumpfhose oberer Teil )
unbedingt abgedeckt werden.
Eventuell im Sommer mit 2 oder auch mehr Strumpflagen !

   Der Behälter wird bei ca  +19° C  bis +23° C abgestellt.

Licht spielt keine Rolle, die Tier leben im Granulat , nicht an der
 Oberfläche und ziehen sich zum Futter hin.

  Der Zuchtbehälter ist jetzt komplett ausgestattet, die
 Entwicklungszeit von  4 Wochen,  ( 5 oder  auch  6 Wochen),
 überstehen die Tiere schadlos ,
4 Wochen sollten aber eingehalten werden.
        
  Das Futter reicht für diese Zeit,
es kommt aber immer auf den Besatz mit Tieren an.

Es ist besser, bei beginnenden Zuchten etwas weniger Futter
 einzufüllen,  um Erfahrungen zu sammeln. 

Springschwänze sollte aber immer erst "geerntet" werden,
wenn das Futter verbraucht ist.

Unnötiges herumrühren  innerhalb der Zuchtzeit schadet der Zucht
 und verdichtet zusätzlich den Granulatinhalt. Auch die Feuchtigkeit
  muss kontrolliert werden, da die Umgebungs - Temperaturen
( die Raumteperatur ) eine Rolle spielen.

Nach Ablauf der "Standzeit" oder Entwicklungszeit der
 Zuchtbehälter beginnt die "Ernte" der Springschwänze :
    
 In einem 10 Ltr Eimer wird handwarmes Wasser eingefüllt.
 Mit diesem Wasser wird der Zuchtbehälter bis
ca 5 cm über dem Substrat voll mit Wasser aufgefüllt. 
Anschliessend mit der Gabel das Substrat, wie vorher
 beschrieben, vom Boden "her nach oben hin" aufgerührt " .
         Mit der Gabel den Inhalt des gesamten Behälters "hochrühren" ,
 also kreisende Bewegungen ausführen. Dadurch werden die
Springschwänze aus dem Substrat an die Oberfläche
freigespült. Darauf achten, dass auch die Behälterecken
  mit angehoben werden.
Handhabung vergleichbar mit der "Keimfreimachung" des
Torfgranulat.  Das Wasser auf dem die Springschwänzen jetzt
 schwimmen,  ist dunkelbraun .
             Die Springschwänze bedecken die gesamte Wasseroberfläche .
               Der Zuchterfolg wird jetzt erkennbar.
                        
             Das Abschöpfen der Springschwänze sollte unbedingt nach
 meinem Vorschlag erfolgen:
Dazu benötigt man  einen grossen  Durchschlag, eine
 Suppenschöpfkelle, ein  Artemiasieb feinster Maschenweite
  ( siehe Abb.), einen Wäschesprenger und ein Auffangglas
und einen  Kaffeeportionslöffel .


( eigene Aufnahme mit Rollei B35 )

 Die Handhabung:
   das grosse Sieb wird in die Behältermitte eingetaucht und dabei
  seitlich angeklopft, damit die Springschwänze innerhalb
  des Siebes auftreiben.
 Das Sieb ist unbedingt erforderlich , um an der Oberfläche
 schwimmende Torfkugel beim Abfüllen der Springschwänze 
von  diesen zu trennen. Wenn dieses nicht gemacht wird, und
 ein Gemisch von Torfgranulat und  Springschwänzen in das
 Artemiasieb gefüllt wird, erfüllt das Durchsieben der
Springschwänze nicht den Zweck. Die Siebe sind dafür zu klein .

Auf der Oberfläche schwimmen Springschwänze von wirklich
staubfein  bis ca 2 mm Grösse .

Staubfein, ist aber erst erkennbar beim Abschöpfen aus dem
 Auffangglas und umfüllen  in  die Aufbewahrungsbehälter .
 Wie Staub lösen sich die "Springschwänzchen" von der
  Aussenwand des Kaffeeportionslöffels. Eigentlich sind
diese gar nicht als Springschwänze erkennbar.

     Es hat keinen Sinn, die staubfeinen Springschwänze als Futter
 zu ernten. Diese sind für die nachfolgende Weiterzucht von
  besonderer Bedeutung. Der Nachwuchs  muss gesichert sein .
 
   Nach dem Auffüllen des Artemiasieb wird mit dem
   Wäschesprenger   ( handwarmes Wasser )
 vorsichtig  der Siebinhalt über den Zuchtbehälter gespült
 mit dem Ergebnis, das Staubfutter in den Zuchtbehälter
 zurückspülen.
 Der Restinhalt des Siebes wird in das Auffangglas gespült .
Das Auffangglas wird vorher halb voll Wasser gefüllt. Auch hier
 schwimmen die Springschwänze auf der Wasseroberfläche.
   Eventuell mit eingefüllte Milben trennen sich von den
Springschwänzen  und sinken, da diese schwerer sind,
auf den Boden des Auffangglases.
 ( ab und zu die Oberfläche etwas umrühren, dieses erhöht
 die Trennung ).
   Eine Gesamttrennung der Kleinstgrössen von den grösseren 
 Springschwänzen ist allerdings nicht ganz möglich. Dieser
 Siebvorgang wiederholt sich,  bis die Restmenge Springschwänze
  im Behälter die Weiterzucht garantiert ( ca. halbe - halbe ).
       Zum Verfüttern stehen jetzt eine Menge Springschwänze, 
die sich ja im Auffangglas befinden, zur Verfügung.
 Wenn nicht alles verfüttert werden soll, empfiehlt es sich
kleine Behälter mit Torfgranulat als Substrat einzurichten und
aufzubewahren, wie z.B.  in der Grösse der Zuchtansatzbehälter,
 aber bitte feucht halten und mit Futter versorgen .
  In diesem Fall muss das Futter staubfein sein und wird
 mit einem Salz- oder Pfefferstreuer sparsam "aufgepudert".
 Vorteilhaft ist es auch, die Zuchten so zu teilen,
 dass ein Teil der Zuchtbehälter am 1. eines Monats,
 im 4 Wochen Abstand betreut werden.

 Empfehlungen die Zuchten alle 2 Tage zu "betreuen" und
dann auch noch Traumergebnisse an Springschwänzen aus
diesen Zuchten zu erzielen sind realitätsfremd.

  Das Absaugen des Wassers geschieht wie es in der Vorbereitungs-
 empfehlung ( siehe vorher ) beschrieben wurde. Auch die
 Neufütterung ist die gleiche wie es beim Neuansatz
 erklärt wurde.  Allerdings muss ich noch auf einige wichtige
 Eigenschaften im Zuchtverlauf aufmerksam machen:

 Der Zuchtbehälter sollte nicht länger als 6 Monate in Betrieb sein . 
Torfgranulat ist ja ein Naturprodukt und von der Struktur nicht
 besonders fest. Es kommt in dieser Zeit zu geringen
Ablösungen der Oberflächen dieser Torfkugeln.
 Diese Ablösungen kann man als Schlamm bezeichnen mit
 der unangenehmen Eigenschaft der sehr starken Verdichtung des
Granulatinhalt, der erstens die Beweglichkeit der Springschwänze
verhindert,  und zweitens das Absaugen des Spülwassers zu einer
Tortur werden lässt .
 Das Sieb sitzt zu, es saugt sich fest im Schlamm.
 Hinzu kommen ja noch die Ausscheidungen der Springschwänze,
 die eine zusätzliche erhebliche Verunreinigung bewirkt .

       Um die Geduld in diesem Fall nicht zu strapazieren :
   hier hilft dann nur ein Neuansatz des Zuchtbehälters.
 Also nach dem Wässern, die gesamte Oberfläche von
 Springschwänzen abschöpfen, die Zucht in einem
neuen Behälter beginnen.
 Wenn das verschlammte Granulat abgesiebt und kräftig
 durchgespült wird, vergleichen sie hier die Anwendungen
  wie diese bei der Ersteinrichtung beschrieben wurden,
steht der Widerverwendung  nichts im Wege.

         Allerdings ist eine Massenzucht 
         " mit geringem Arbeitsaufwand "
   nicht möglich !

                                 ich wünsche guten Erfolg.

  PS: Sie können davon ausgehen, dass es eine bessere
Zuchtmethode für die Vermehrung  der Springschwänze
 nicht gibt !
                                      
                                          
“Glück Auf” Heinz - Günter Stute

 

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