Springschwanz  Zuchtanleitung

   Zucht von Springschwänzen

 nach neuer “ HGS - Methode” auf/in Torfgranulat

  Folsomia candida

  Diese Beschreibung ist doch sehr umfangreich, aber Einzelheiten in der Handhabung
 der Zucht benötigen für Erklärungen doch etwas mehr Platz.

 Ich will hier einmal  meine neue Zuchtmethode,  die kein  Erst – oder Zufallserfolg  ist,
sondern eine ca. vierjährige  " Entwicklungszeit "  beschreibt, mit immer wieder
 neuen Überraschungen,  die ich auch im einzelnen erläutert habe .
Es wurde eine ausreichende Menge Torfgranulat gekauft. Es ist allerdings  nicht preiswert,
aber der Erfolg sollte diese  Investition rechtfertigen, dass  waren meine Vorstellungen.

  Kunststoffbehälter , aus der Gips - Mexifarn - Zucht , in der Grösse  35 x 25 x 15 cm ( LBH )
 waren vorhanden.  Die Einfüllmenge von  Torfgranulat  betrug ca 4 Liter .
 Der Behälter ist dann ca 3/4  gefüllt .
 Die Zucht in kleinere Behälter ist natürlich auch möglich.

Die Wahl der Behältergrössen hängt vom Bedarf ab und sollte jeder für  sich entscheiden .

       Ich beschreibe die Zucht in vorher genannten Behältern.

       Vor dem Einfüllen in den Zuchtbehälter muss des Granulat mehrere Tage gewässert werden .
Die Oberfläche,  Granulat schwimmt hauptsächlich an der Oberfläche, des gewässerten Granulats
 öfter einmal  durchrühren ( Kochlöffel )  damit kleine Torfpartikel  auf den Boden sinken können .
   Die Torfkugeln sollen nach dem wässern glänzen .  Anschliessend das Granulat in  kleinen Mengen,
von der Oberfläche abschöpfen  ( Suppenkelle ), in ein Sieb ( Durchschlag ) füllen
und  unter fliessendem Wasser gut durchspülen.  Die auf dem Behälterboden befindlichen
 Granulate müssen besonders stark gespült werden, da hier die kleinen Torfpartikel
ausgeschwemmt wurden.

     Sinn dieser Spülung:

Auswaschen weiterer kleiner Partikel aus dem Granulat, die sonst   später beim Absaugen des
 Spülwassers aus dem Zuchtbehälter Probleme bereiten würden. Nach dem Spülvorgang wird das
Substrat in den Zuchtbehälter gefüllt. Also, jede gespülte Siebfüllung.  Wenn die entsprechende 
Menge  gespült in den Zuchtbehälter eingefüllt wurde, wird das ganze mit  heissem Wasser
übergossen und mit einer Gabel das Substrat durchgerührt, also " parasitenfrei " gemacht.
Das  Wasser im Behälter wird anschliessend mit einem Schlauch
 vom Boden des Behälters abgesaugt.

  Der Schlauch sollte einen Durchmesser von 9 mm haben und
an der Ansaugspitze, also das Ende,  dass in den Zuchtbehälter
gesteckt wird, mit einem Sieb  versehen sein .

Als Sieb sollte man den Vorsatz  des Ansaugrohres  einer
 Filteranlage  nehmen.
   Diese Siebe sind grün mit länglichen Schlitzen.

       Das Sieb muss sein, sonst verstopft der Schlauch gleich .

Der geringe Durchmesser des Schlauches verhindert einen zu starken Sog  und
dadurch ein schnelles Zusetzen des Siebes durch die Granulatkörnung .
Besonders  kleine Partikel, diese sind ja besonders leicht,
 verstopfen  das Sieb sofort.

Es ist wichtig, schon in der Vorbereitung des Zuchtbehälters sorgfältig vorzugehen.
Wenn trotzdem  der Sog nachlassen sollte, Ansaugsieb reinigen. Durch das Absaugen
verdichtet   sich der gesamte Inhalt. Mit der Gabel wird anschliessend das
Torfgranulat im Behälter von unten   nach oben angehoben ( anheben vom Boden aus),
also aufgelockert  und die Oberfläche dann  mit der   Gabel glatt gestrichen.
     In einem Satz gesagt: der Inhalt befindet sich anschliessend
 aufgelockert im Zuchtbehälter.
 

       Zuchtbehälter im Querschnitt !  
 weiss : Flockenfischfutter ! ( z.B. Teichfischfutter oder auch andere Fischfuttersorten ).
Ich verwende ein Gemisch aus Teichfischfutterflocken, TetraPhyll oder ähnliche “Grünflocken”
und  “Milana - Milupa - Haferflocken”  !

  schwarz : Torfgranulat !

Sehr wichtig ist es jetzt mindestens einen halben Ltr. Wasser  ( handwarm) auf der
 Oberfläche  zu verteilen.  Danach wird in Längsrichtung des Behälters ( also ca 30 cm lang )
  eine Furche  geformt bis zu einer Tiefe, die kurz über den Wasserstand am Boden reicht
und in der Breite, dass ca  3/4 Ltr. Flockenfischfutter  locker eingefüllt werden kann.
Ich ziehe diese Furche immer in V- Form.
     Anschliessend wird das Futter mit Torf - Granulat abgedeckt.  Das macht man mit einem
 Teichschaber und einer Hand. Also,  von den Aussenwänden der Längsrichtung her
zur Mitte hin. Dadurch entsteht ein kleiner "Hügel" in der Behältermitte in Längsrichtung.
( siehe hierzu die Abbildung ).
Die Futtermenge richtet sich natürlich nach dem  Springschwanzbesatz.
       Die Einrichtung des Behälters ist erreicht.

Es liesst sich vielleicht etwas schwer ist aber in der Handhabung  nach der ersten
 Einrichtung kein Problem mehr!

 Eventuelle weitere Behälter werden genau so eingerichtet, Voraussetzung  man hat
  Springschwänze, möglichst Parasitenfrei , als Besatz.
   Für den Erstbesatz des beschrieben Zuchtbehälters ist eine Menge von  einem
 Kaffeeportionslöffel, (kleine Grösse),  Springschwänzen ( candida )  zu empfehlen.
Der Zuchtbehälter muss mit einem Damenstrumpf ( Strumpfhose oberer Teil )
unbedingt abgedeckt werden.

   Der Behälter wird bei ca + 19° C  bis + 23° C  abgestellt.

Licht spielt keine Rolle, die Tier leben im Granulat , nicht an der Oberfläche und  ziehen
sich zum Futter hin.

 Zusammengefasst :
       1.) Der Zuchtbehälter hat durch die lockere Granulateinfüllung eine enorme Oberfläche,
 die den Tieren den Aufenthalt   im gesamten Behälter ermöglichen .
   2.)  Die eingefüllte Wassermenge reicht für mindestens
4  Wochen  und hält  das Granulat feucht.
                   3.) Die vorher angegebene Futtermenge von einem 3/4 Ltr
reicht auch mindestens 4 Wochen.
Das Futter muss immer mit Granulat im  Zuchtbehälter abgedeckt werden. 
Das Futter verdichtet sich mit der Zeit, wird aber von den
Springschwänzen auch dann noch  aufgenommen.
         4.) Durch die ausreichende Feuchtigkeit, zur Erinnerung :
         die Torf kugeln sollten  immer schwarz  glänzen,  kommt es nicht zu
Schimmelbildungen  im Behälter .

       Es betrifft nicht nur das von  mir beschriebene Trocken Futtergemisch  sondern auch 
alle anderen Trockenfuttersorten,  habe alle möglichen Futtersorten probiert.

 
Schimmel bildet sich immer dann, wenn das Substrat  (Torfgranulat)  zu trocken wird !

  Am Futter entsteht dann doch der gefährliche staubfeine Blauschimmel und auf der
Oberfläche Schimmelgeflechte !

   5. ) Das Abdecken des Behälters mit einem Strumpf hält unerwünschte Schädlinge ab.

Das Springschwänze eine  "gespannte Luft"  benötigen,  kann ich nicht nachvollziehen.

  Der Zuchtbehälter ist jetzt komplett ausgestattet, die Entwicklungszeit von 4  Wochen,
 ( 5 oder  auch  6 Wochen), überstehen die Tiere schadlos , 4 Wochen sollten aber
 eingehalten werden.
           Das Futter reicht für  diese Zeit, es kommt aber immer auf den  Besatz 
mit Tieren an.
Es ist besser, bei beginnenden Zuchten  etwas weniger Futter  einzufüllen,
 um Erfahrungen
 zu sammeln. Es sollte aber immer erst  "geerntet" werden, wenn das Futter
 verbraucht  ist.
Unnötiges herumrühren  innerhalb der Zuchtzeit schadet  der Zucht
 und verdichtet zusätzlich den Granulatinhalt.  Auch die Feuchtigkeit muss kontrolliert
werden, da die Umgebungs - Temperaturen ( die Raumteperatur ) eine Rolle spielen.

Nach Ablauf der " Standzeit " oder Entwicklungszeit der Zuchtbehälter    beginnt
die  " Ernte " der Springschwänze :

     In einem 10 Ltr Eimer wird handwarmes Wasser eingefüllt.  Mit diesem Wasser
 wird der  Zuchtbehälter bis ca  5 cm  über dem Substrat voll mit Wasser aufgefüllt.
Anschliessend mit der  Gabel das Substrat, wie vorher  beschrieben, vom Boden 
" her nach oben hin   " aufgerührt " .
         Mit der Gabel den Inhalt des gesamten Behälters " hochrühren " , also
 kreisende Bewegungen ausführen.   Dadurch werden die Springschwänze aus dem
 Substrat an die Oberfläche freigespült. Darauf achten, dass auch die Behälterecken
 mit angehoben werden.
Handhabung vergleichbar mit der  " Keimfreimachung " des Torfgranulat .

       Das Wasser auf dem die Springschwänzen jetzt schwimmen, ist  dunkelbraun .
             Die Springschwänze bedecken die gesamte Wasseroberfläche .
               Der Zuchterfolg wird jetzt erkennbar.
                        
             Das Abschöpfen der Springschwänze sollte unbedingt  nach meinem Vorschlag erfolgen:



Dazu benötigt man  einen grossen  Durchschlag, eine Suppenschöpfkelle,  ein
 Artemiasieb feinster Maschenweite ( siehe Abb.), einen Wäschesprenger und ein
Auffangglas und einen  Kaffeeportionslöffel .
 Die Handhabung:
   das grosse Sieb wird in die Behältermitte eingetaucht und dabei seitlich angeklopft,
 damit die Springschwänze innerhalb des Siebes auftreiben. Das Sieb ist unbedingt erforderlich ,
um an der  Oberfläche  schwimmende Torfkugel beim  Abfüllen der Springschwänze
von  diesen zu trennen.    Wenn dieses nicht gemacht wird, und ein Gemisch von Torfgranulat
und  Springschwänzen in das Artemiasieb gefüllt wird, erfüllt  das Durchsieben der
Springschwänze   nicht den Zweck .   Die Siebe sind dafür zu klein .

Auf der Oberfläche schwimmen Springschwänze von wirklich staubfein bis ca   2 mm  Grösse .

Staubfein, ist aber erst erkennbar beim Abschöpfen aus dem   Auffangglas und umfüllen  in  die Aufbewahrungsbehälter . Wie Staub  lösen sich die "Springschwänzchen" von der  Aussenwand 
des Kaffeeportionslöffels. Eigentlich sind diese gar nicht als Springschwänze erkennbar.

     Es hat keinen Sinn, die staubfeinen Springschwänze als Futter zu ernten.
     Diese sind für die nachfolgende Weiterzucht von besonderer Bedeutung.
           Der Nachwuchs muss gesichert sein .
         Nach dem Auffüllen des Artemiasieb wird mit dem Wäschesprenger  ( handwarmes Wasser )
 vorsichtig  der Siebinhalt   über  den Zuchtbehälter gespült mit dem Ergebnis , das Staubfutter
 in den  Zuchtbehälter zurückspülen. Der Restinhalt des Siebes wird in das Auffangglas gespült .
Das Auffangglas  wird vorher halb voll Wasser gefüllt. Auch hier schwimmen die
Springschwänze auf der Wasseroberfläche.
   Eventuell mit eingefüllte  Milben trennen sich von den Springschwänzen und sinken, da dieser
 schwerer sind,  auf den Boden des Auffangglases.
 ( ab und zu die Oberfläche etwas umrühren, dieses erhöht die Trennung ).
   Eine Gesamttrennung der Kleinstgrössen von den grösseren  Springschwänzen ist allerdings
 nicht ganz möglich. Dieser Siebvorgang wiederholt sich, bis die Restmenge Springschwänze
  im Behälter die Weiterzucht  garantiert  ( ca.  halbe - halbe ).
       Zum Verfüttern stehen jetzt eine Menge Springschwänze,  die sich ja im Auffangglas befinden,
zur Verfügung.
 Wenn nicht alles  verfüttert werden soll, empfiehlt es sich kleine Behälter mit Torfgranulat
 als Substrat einzurichten und aufzubewahren, wie z.B.  in der  Grösse der Zuchtansatzbehälter,
 aber bitte feucht halten und  mit Futter versorgen .
  In diesem Fall muss das Futter staubfein sein und wird mit einem  Salz- oder  Pfefferstreuer
 sparsam " aufgepudert ".   Vorteilhaft ist es auch, die Zuchten so zu teilen,
 dass  ein Teil der Zuchtbehälter  am 1. eines Monats, im 4 Wochen Abstand betreut werden.

 
Empfehlungen die Zuchten alle 2 Tage zu  "betreuen" und dann auch  noch Traumergebnisse  an  Springschwänzen aus diesen Zuchten zu erzielen,  sind realitätsfremd.

  Das Absaugen des Wassers geschieht wie es in der Vorbereitungsempfehlung ( siehe vorher )
 beschrieben wurde .
   Auch die Neufütterung ist die gleiche wie es beim Neuansatz erklärt wurde.

   Allerdings muss ich noch auf einige wichtige Eigenschaften im Zuchtverlauf
 aufmerksam machen:

   Der Zuchtbehälter sollte nicht länger als 4 Monate in Betrieb sein . 
Torfgranulat ist ja  ein Naturprodukt und von der Struktur nicht besonders fest.
Es kommt in  dieser Zeit  zu geringen Ablösungen  der Oberflächen dieser Torfkugeln.
 Diese Ablösungen  kann  man als Schlamm bezeichnen mit der unangenehmen Eigenschaft
  der sehr starken  Verdichtung des Granulatinhalt, der erstens die Beweglichkeit
der Springschwänze verhindert, und  zweitens das Absaugen des Spülwassers  zu einer
Tortur werden lässt .
 Das Sieb sitzt zu , es saugt  sich fest im Schlamm.
 Hinzu kommen ja noch die Ausscheidungen der Springschwänze, die eine zusätzliche
 erhebliche Verunreinigung bewirkt .

       Um die Geduld in diesem Fall nicht zu strapazieren :
   hier hilft dann  nur ein Neuansatz des Zuchtbehälters. Also nach dem  Wässern,
die gesamte  Oberfläche von Springschwänzen  abschöpfen ,  die Zucht in einem
neuen Behälter beginnen.
 
Wenn das  verschlammte Granulat abgesiebt und kräftig durchgespült  wird, vergleichen
Sie hier die Anwendungen ,   wie diese bei der Ersteinrichtung beschrieben wurden,
steht der Wiederverwendung   nichts im Wege.

         Allerdings ist eine Massenzucht  " mit geringem Arbeitsaufwand "  nicht möglich !

                                 ich wünsche guten Erfolg !!

                                                                              
PS: Sie können davon ausgehen, dass es eine bessere Zuchtmethode
für die Vermehrung der Springschwänze nicht gibt !
                                                                                                           hgs


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