Zucht von Grillen und Heimchen


     Auszug aus meiner Broschüre ( Copy : 1983 )

                        

 
Zuchtempfehlung für die Grillenzucht !

           Heimchen    Acheta domesticus     Zweifleckgrille   Gryllus bimaculatus, Steppengrille
 Gryllus assimilis , Kurzflügelgrille  Gryllodes sigillatus

   Nachfolgende Zuchtbeschreibung ist für alle hier aufgeführten Arten anwendbar.
   Behälter , Futter und Zuchttechniken:
         Glas-, Plastik-, oder Holzbehälter, Grundfläche 50 x 50 x 50 cm ( LBH ) für
 einen Zuchtansatz mit späteren Larven ( ca 500 Stück ).
     Gazeabdeckung für die Be- und Entlüftung und entsprechende Öffnung für die
Versorgung der Tiere einbauen.



 nicht besonders scharf aber doch erkennbar !

  Temperatur : +25 C bis  +30 C Luftfeuchte: 65% bis 75 % .
Der Behälter wird ca 1cm  hoch mit Hobelspänen  ( für Hamster im Supermarkt erhältlich )
aufgefüllt.  Eine Seite des Behälters wird zur Vergrösserung der inneren Oberfläche
 mit Eierwaben ausgekleidet.    In der Nähe sollte auch eine 25 Watt Lampe,
Sockel E 14, und der Eiablagebehälter stationiert werden.
     ( wie auf der Abbildung nicht gut aber doch erkennbar ist ).

  Wenn der Behälter gleichzeitig für die Zucht Verwendung  finden soll,  ist die
Hobelspänenfüllung auf ca 5 cm zu erhöhen.   Grund : siehe weiter unten.

 Das Futter wird in einem besonderen Behälter gefüllt. Bei regelmässiger Grünzeugfütterung im Zusammenhang mit der Zucht sollte auf eine Wassertränke ( Vogelfutterspender ) verzichtet
werden,  da die Weibchen diese Tränke sonst als Eiablagemöglichkeit nutzen.

   In diesem Fall würde innerhalb weniger Tage das Wasser verjauchen.
           Als Futter empfehle ich ein Gemisch aus Weizenkleie, Hundeflocken ( auch Pellets),
Haferflocken und Milupa, Milana -Haferflocken.
 Der Hauptanteil sollte Weizenkleie sein.
   Sehr wichtig ist vitaminreiches ungespritztes Grünzeug als Zugabe.
     Löwenzahnblätter, Karotten, Äpfel ,Salat und auch Kartoffeln, 
aber keine Küchenabfälle .
  Der Eiablagebehälter steht unter der Lampe, innerhalb des Zuchtbehälters mit ca 10 x 20 cm
 Grundfläche und 5 cm Höhe.Der Boden wird 1 cm hoch mit Gips ausgegossen, darüber kommt vorgequollener Torf. Der Torf wird mit Wasser aufgefüllt, so dass die dickflüssige Masse bis zum Behälterrand steht.
   Dann wird die Drahtabdeckung aufgelegt und die überflüssige Flüssigkeit abgegossen.
Dabei den Inhalt aber nicht pressen.

Als Abdeckung ist ein feinmaschiger rostfreier Draht ca 3 x 3 mm zu empfehlen.
   Wichtig, zur Sicherung der abgelegten Eier !

 Die Feuchtigkeit muss anschliessend ständig kontrolliert werden, mindestens einmal in der
 Woche. Der Gipsboden verhindert ein zu schnelles Austrocknen.
   Die Restfläche des Zuchtbehälters ist absolut trocken zu halten.

Die Grünfütterung ist so zu bemessen, dass der Kot nicht dünnflüssig wird.
   Die Eiablage der Weibchen erfolgt ständig. Der Schlupf der Junglarven ist
nach ca 8 bis 10 Tagen zu erwarten.
       Wenn junge Larven sichtbar sind, wird der Bodenbelag regelmässig mit einem Stab
aufgelockert und die Fläche mit feinem Futter  ( Milupa Milana - Haferflocken ) bestreut.
Hier finden die Jungtiere ideale Lebensbedingungen.
       Diese können versteckt leben, sich regelmässig häuten und finden auch Futter.
   Die Entwicklung zum erwachsenen Tier dauert ca 50 Tage.
 Die Lebensdauer der Adulten beträgt 90 bis 120 Tage.

          
Voraussetzung hierfür ist, dass die Tiere nicht "dampfgezüchtet" werden, d.h. um  + 40° C.

     Die Beleuchtung des Behälters, die auch gleichzeitig als Beheizung dient. Es ist
     nicht zutreffend, dass z.B. Gryllus bimaculatus rund um die Uhr gleichmässig hohe
Temperaturen benötigt. Dieses ist auch bei den drei anderen Arten nicht notwendig.
Die Natur selbst gilt hier als Wegweiser zur temperaturgerechten Aufzucht.
   Die Tiere zeigen bei dieser Haltung eine ausserordentlich gute körperliche Verfassung.
 Der Zuchtbehälter sollte regelmässig gereinigt werden.
       Zu starke Kotansammlungen können die Milbenbildung begünstigen.
         Die Hobelspänen können abschnittsweise ausgewechselt werden.
     Die Innenwände werden mit einem feuchten Tuch abgerieben und    anschliessend
 getrocknet.
       Futtertiere aus dem Zuchtbehälter erhält man durch Herausnahme der Eierwaben
 und vorsichtigem abklopfen über eine Plastikwanne oder Kunstoffaquarium.
   Die Zuchttiere und einen entsprechende Menge grosser Larven werden in den
 Zuchtbehälter zurückgesetzt.
 Die benötigte Futterportion wird mit einem kleinen Haarpinsel in ein  Plastikrohr ( Vogeltränke )  " gepinselt " und anschliessend in ein ca 15cm Hohes Glas oder   Kunstoffbehälter geschüttet.
 Gewünschte Benetzung der Tiere mit Vitaminpräparate können hier durchgeführt werden.

Über die unterschiedlichen Temperamente der Grillen will ich abschliessend informieren :
   Heimchen   Acheta domesticus und Kurzflügengrillen   Gryllus sigillatus
 sind flink und sehr sprungfreudig.
Die Zuchten sind sehr produktiv, wenn ca 50 Weibchen mit bis zu 20 Männchen
angesetzt werden.
 Heimchen sollten getrennt von den Männchen angesetzt werden.
   Begattete Weibchen sind erkennt man an dem kräftigen Körperumpfang.
  Wenn die Geschlechter nicht getrennt werden, tummeln sich die Männchen mit auf dem
Eiablagebehälter und sorgen für einen schnelle Verunreinigung    des Eiablagesubstrates.
      
Der Inhalt verjaucht und stinkt.
   Die Männchen der anderen Arten tun dieses selten oder nur vereinzelt.

   Die Steppen  Gryllus assimilis - und Zweifleckgrillen  Gryllus bimaculatus  sind in
der Handhabung und bei ruhigem Umgang ausgesprochen " zahm " .
  Die Tiere lassen sich gut fangen und sortieren.
Für die Zucht empfehle ich aber nur die Steppengrille einzusetzen, da diese  doch
 rebuster und  kräftiger im Körperbau sind. Der Nachwuchs dieser Grillen
 unterscheidet sich in der Stückzahl  nicht von der Zweifleckgrille.
Ausgewachsen sind es kräftige “Happen” und bereits für Tiere von Anoligrösse nicht
mehr geeignet.
Kurzflügelgrillen und Heimchen sind ca halb so gross.
   Ausgewachsene Männchen der Zweifleckgrillen zirpen mit besonderer Lautstärke,
gefolgt von Heimchen,  Steppen - und Kurzflügelgrillen.

Für die Futterversorgung von Baumsteigerfröschen empfehle ich nur die
       Kurzflügelgrillen zu züchten.
 ( lesen Sie bitte hierzu den  Aufsatz zur Froschpflege auf der Website! )

 
Der sehr oft beschrieben Hinweis, den Futtertieren vor dem Verfüttern
die Sprungbeine zu brechen ( dieses und auch einige andere Informationen
sind scheinbar von Artikel zu Artikel vererbbar ! )  halte ich für ausgesprochen
Blödsinn und Geschmacklos.

  Auch wenn Insekten kein Schmerzempfinden haben,  ist so etwas nicht ästhetisch.
Den Terrarieninsassen sollte hier der natürliche Beutefang nicht verweigert werden.
Auf sichere Abdeckung der Zuchtbehälter ist besonders bei Steppengrillen
zu achten, da die Weibchen in den Abendstunden versuchen abzufliegen.
  Zweifleckgrillen und Heimchen versuchen nur in Ausnahmefällen den Abflug.
   Kurzflügelgrillen können nicht fliegen.

 Besorgen Sie sich einen Zuchtansatz und versuchen die Zucht !!


[Willkommen] [Vorbericht, sollte gelesen werden !] [Futtertierzuchtansätze] [Zuchtanleitungen  zu den Zuchtansätzen] [Schädlinge der Zuchten] [Verschiedene   Zuchtanleitungen] [Zucht von Grillen und Heimchen] [Enchyträen - Zucht] [Mehlmotten - Zucht] [Dörrobstmotten - Zucht] [Wachsmotten - Zucht] [Getreideschimmelkäfer - Zucht] [Stubenfliegen - Zucht] [Fachaufsätze die ich mal schrieb !] [Kleine  Tipps] [Versandbedingungen] [zum Abschluss, sollte man auch lesen] [eine Urlaubsempfehlung]

//-->